Abschiedsstimmung am Rauschelesee

Blick vom Plöschenberg zum Rauschelesee
Blick vom Plöschenberg zum Rauschelesee

Hier fangen meine ersten Erinnerungen an Kärnten an. Damals besuchten wir Freunde in Kärnten. Im Jahre 2007 kam Traumfrau auf die Idee, mich zum Badengehen zu animieren. Ich mag Wasser sehr. Ich hasse es aber zu baden. Heute ist das alles kein Problem, Traumfrau weiss von meiner Badeaversion und versucht erst gar nicht mich ins kühle Nass zu verfrachten. Sollen die anderen planschen. Ich ziehe es vor an Stränden zu laufen oder zu dösen, schaue mir die Natur an und mach ein paar Fotos.
Am Wochenende sind wir, weil beide noch in der Genesung nach einer Erkrankung befindend, zum Plöschenberg  gefahren. Gemütlich schlenderten wir den Zwergohreulenwanderweg und dann eröffnete sich uns der Blick auf den Rauschelesee. Schlagartig wurde mir klar, dass es ein Zeichen für mich sein sollte. Anfang und Ende sind miteinander verbunden. Es ist kein Geheimnis, dass ich meine Arbeitsstelle in Klagenfurt verlieren werde. Es stand ja schon in der Zeitung. Schon von Anfang an wusste ich, dass es so kommen würde und nicht selten dachte ich an einem vorzeitigem Wechsel. Beruflich habe ich viel in Kauf genommen und persönlich auch. Ich habe mir vorgenommen nicht mehr zu stänkern. Daher behalte ich dieses Kapitel für mich. Der Grund warum ich nicht früher die Zelte abgebrochen habe ist Kärnten. Wer hier leben darf, sollte sich glücklich schätzen. Die Natur, die Menschen mit ihrem typischen kärntner Dialekt, die liebgewonnenen Freunde, die Nähe zu Slowenien, Kroatien, Italien, die Berge und die Seen – Lebensqualität pur. Es ist sicher einer der schönsten Orte der Welt. Bemüht habe ich mich immer meine Bewunderung zu zeigen und aus Dankbarkeit viel Zeit für den Laufsport ehrenamtlich investiert. Meine Jugendgruppe aus NachwuchstriathletInnen beim HSV-Kärnten sind mir so ans Herz gewachsen. Mit Traumfrau und Ulla haben wir den Afterwork-Lauftreff aufgebaut. Den Verein für Club 261 für Mädchen und Frauen mit großartigen Kärntnerinnen und kärntner Unterstützung  gegründet, der bereits über die kärntner Grenzen hinaus Frauen zum Laufen bewegt. Wenn kein Wunder geschieht, werde ich mich von Kärnten verabschieden müssen. Mein Verstand hat es mir immer befohlen, mein Herz hat sich jedoch durchgesetzt. Ich habe nun das Gefühl hier viele Menschen und auch Traumfrau im Stich zu lassen. Sie ist zwar keine Kärntnerin, aber mittlerweile wie ich tief mit diesem Land und Leute verwurzelt. Ich werde alles versuchen um hier zu bleiben. Leider sind Jobs hier auch eher eine Seltenheit 🙁
Da stehen wir und blicken mit Wehmut auf den Rauschelesee hinab. Es tut sehr weh. Ein weiterer Lebensabschnitt scheint sich dem Ende zu neigen. So ist das Leben und ich bin nicht verbittert hier gewesen zu sein. Ich habe früher Kärnten kritisiert. Das bereue ich, denn als Gast sollte man vorsichtiger und einfühlsamer sein. Danke Kärnten, ich nehme dich im Herzen mit und mit dir viele wunderschöne Begegnungen, Erlebnisse und Erinnerungen.

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Wörthersee, am Horizont Klagenfurt
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einer meiner Lieblingsstellen am Wörthersee
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Egal wo – die Sonnenuntergänge sind in Kärnten legendär
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Hier suchte ich oft Trost und Kraft. Ein Ort an dem ich immer wieder zu mir fand
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Der einmalige Blick vom Dobratsch zu den Seen gen Osten
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gen Westen Italien und Slovenien – ein Traum

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