Alter Hut und nichts hat sich geändert

Macht und Gewalt sind in der Geschichte des Menschen miteinander verknüpft. In der aktuellen Diskussion rund um #MeToo, wird die Dimension der Sexualität hinzugefügt. ExpertInnen sind bemüht die Sexualität lediglich als Opfer einer überwiegenden männlichen Instrumentalisierung für die Ausübung von Macht und Gewalt gegenüber Frauen zu missbrauchen. Das halte ich für falsch!

Macht und Gewalt sind allgegenwärtig. Es gibt keine Ebene, weder persönlich noch sozial, die davon bewahrt bleibt. Die Instrumente um Leid zufügen sind erfinderisch und extrem grausam. Das Muster ist immer gleich. Ich  halte es aber für falsch die Sexualität auf ein Instrument zur Ausübung von Macht und Gewalt zu reduzieren. Die Komplexität ist weitreichender und tiefgreifender.

Wir tun uns sehr schwer mit unserer Sexualität, denn es ist nicht einfach sie mit unseren sozialen, gesellschaftlichen und moralischen Werten zu synchronisieren. Wir sind extrem verklemmt, tun so als ob wir rational und emotional in der Lage sind unsere Sexualität auszuleben und versagen dabei kläglich. Wir bewerten, wir spalten, wir erfinden neue Modelle unsere Sexualität frei zu gestalten, wir streiten, wir verletzen, wir werden verletzt, wir verzweifeln, wir machen uns was vor, wir schreiben und lesen Experten-Kolumnen und vor allem: wir empfinden Scham! Sexualität bestimmt sehr viel unseres Alltag, sei es positive oder auch negativ und wir kriegen das alles nicht hin. Jetzt reden wir über #MeToo -> über die bösen Macht-Geilen Männer, die gewalttätig gegenüber Frauen die Sexualität eingesetzt haben. Wir reden aber nicht warum es dazu kommt! Wir reden nicht über die Jungen und die Mädchen, die Ehefrauen und Ehemänner, die Partner, die Freunde, die Kinder, die Schulen und die Arbeitsstätten. Wir verurteilen und GEILEN uns an diese Schlimmen Übergriffe auf… ja, das können wir gut – bis das nächste Thema modern inszeniert die Gemüter unterdrückter Opfer berührt. Ändern tut es wenig, außer, dass ein paar“Schweine“ auf der Strecke bleiben. Den Opfern wir es wenig bringen, denn Genugtuung ist nicht genug.

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