Besessen

Besessen

Besessen. Ein gewaltiges Wort. Nahe am Wahnsinn vielleicht? Wahrscheinlich stimmt diese Annahme teilweise zu. Betrachte ich meine Umwelt und das Wirken meiner Mitmenschen, dann gibt es sehr viele Besessene. Jetzt, wo ich meine Person auf die nackte „ich bin der horst-Person“ reduziert habe, stehe ich tatsächlich ziemlich nackt da. Keine Titel, keine Ehrungen, keine Verdienste hinter denen ich mich verstecken könnte. Da springt mir meine Besessenheit geradezu ins Gesicht. Ja, ich gestehe besessen zu sein. Das ist nicht seit kurzem so, das war schon immer der Fall. Ich gebe nicht auf. Mag sein, dass ich oft gezweifelt habe. Ich bin oft ins kalte Wasser geschmissen worden und dabei richtig nass geworden. In meiner Besessenheit habe ich oft die falschen Mitteln gewählt um den rechten Weg zu finden. Fehler über Fehler! Am Rande des Wahnsinns und des Verzweifelns, schreiend nach Aufmerksamkeit, nach Gehör und Liebe. Jetzt gehöre ich bereits eher zu den „Alten“. Die Besessenheit ist mit der Sehnsucht nach Gerechtigkeit lebendiger geworden. Ich weiss genau, dass Milliarden von Menschen genau so fühlen. Ich weiss, dass ich keine Besonderheit bin und doch mich, genau wie die Meisten von uns, besonders fühlen möchte. Das ist ein Drang in uns. Wir verspüren vielerlei Dränge: Schönheit, Anerkennung, Freiheit, Verwirklichung. Die Maslowsche Bedürfnishierarchie bringt es auf den Punkt. Ganz oben definiert der humanistische Psychologe die Selbstverwirklichung. Dieser Zustand erfordert eine Reihe von Bedingungen, die dafür erst gegeben sein müssen. In der Praxis ist aus meiner Sicht dieser Ansatz kaum zu verwirklichen. Daher glaube ich schon, dass die Selbstverwirklichung für die meisten von uns eine Illusion bleiben wird. Anders für die Besessenheit. Die wirkt unbändig an uns – weil wir nach Selbstverwirklichung streben.

Der nun auf seinen Namen reduzierten horstl nutzt diese Besessenheit um seine Lebensaufgabe zu verwirklichen. „GEBE NIEMALS AUF WISSEN ZU VERSCHENKEN“ … auch wenn du dabei nass wirst. Meine Selbstverwirklichung wäre ein guter Wissensverschenker zu werden. Man könnte das auch als Berufung verstehen. Besessen gute Fotos, Ideen, Konzepte für andere Mitmenschen zu liefern. Es macht kein Sinn, dass jeder Mensch alles am eigenem Leibe erfährt um zu verstehen. Es macht eher Sinn, dass andere Menschen was neues erfahren und weiter verschenken. Nass werden wir so oder so.

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