Bewegungsfreiraum

Kinder brauchen viel Freiraum - Physisch und Psychisch
Kinder brauchen viel Freiraum – physisch und psychisch

Freiräume sind für uns sehr wichtig. Unser kenianische Gast Geoffrey erzählte mir, dass in den Slums am Rande von Nairobi Millionen Menschen zusammengepfercht leben. Jeder hat etwa 2 x 1 Meter Platz. Was für ein Leben!
Wir haben das Glück Freiräume für unsere Bewegung in Hülle und Fülle zu haben. Nutzen tun wir es anscheinend nicht. Warum nicht? Steige in einer Großstadt in den Bus, Bahn, U-Bahn, S-Bahn. Das einzige, außer den Fahrzeugen, was sich allenfalls bewegt sind die Finger. Sie bedienen Smartphones. Diese Bewegungsgroßzügigkeit ist altersübergreifend. Wer nicht die Fingerchen bewegt, hängt mit Kopfhörern halb tot herum. Da ist die Frau, die sich geschickt 20 Minuten lang öffentlich in den öffentlichen Verkehrsmitteln bis zum Aussteigen schminkt, eine ergötzende Ausnahme.
Entwicklung braucht Bewegungsfreiraum. Mag sein, dass das falschverstanden wurde und nur auf geistiger Smartphoneebene übertragen wurde. Ich glaube, wir brauchen auch den physischen Bewegungsfreiraum im Raum. Mich würde es interessieren, ob die Kinder in den Slums trotz der Enge sich mehr bewegen als unsere hier. Ich befürchte ja, den da gibt es kaum die Möglichkeit von Mama oder Papa überall mit dem Auto hinkutschiert zu werden.
Nun werde ich mit gutem Beispiel vorangehen und  mein Smartphone in der Tasche lassen. Und das solange, bis ich nicht mehr öffentlich unterwegs bin. Klar, die Gefahr, dass ich öffentlich angepöbelt werde weil ich so blöd Glotze ist groß; aber das nehme ich gerne ein Kauf. Solange ich nicht wegen „perversen Betrachten und Belästigen unschuldiger Smartphonanwender“ angezeigt werde, ist ja alles im grünen Bereich.

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