Dem Ingenieur ist nichts zu schwer

Ja sagamal - warum stinkt es hier so - fragt meine Traumfrau. ICH LÖTE
Ja sagamal – warum stinkt es hier so – fragt meine Traumfrau. ICH LÖTE an mein Objektiv herum

Ich liebe meine Zeiss Objektive. Seit vielen Jahren arbeiten sie verlässlich, sind robust und, so dachte ich bis jetzt, unverwüstlich. Was habe ich denen schon zugemutet. Beim Sportfotograf passiert viel mit Staub, Wasser, Schnee und vor allem Stöße. Arbeitsgerät ist Arbeitsgerät! Ich bin keiner der mit diesen Teilen wie mit rohen Eiern umgeht. Manchmal muss ich schmunzeln wenn ich sehe, wie liebevoll Menschen mit ihrer Fotoausrüstung umgehen. Na gut aber zur Sache. Sind wir mitten im Stress in Obertilliach in einer Traumkulisse Langlaufen und ich freue mich schon auf die super Bilder die ich da machen werde und zack – mein Lieblingsobjektiv 16/24 F2.8 streikt. Body meldet nur noch „Lens“. Keine Chance das Ding in Gang zu setzten. So musste ich auf den 24/70 F2.8 wechseln. Gleich zuhause angekommen habe ich mir DAS TEIL vorgenommen. Lötkolben, Lötzinn, Messgerät, Uhrmacher-Schraubenzieher, Pinzetten, Lupe und Lauflampe. Die Lauflampe ist die beste Erfindung für den Ingenieur in Action. Nach gut zwei Stunden harter Diagnose-Arbeit hatte ich den Fehler gefunden. Ein Kabelband war defekt. Ich habe keine Ahnung wie das passieren konnte. Normalerweise sind die Fehler eher an den Lötstellen oder mechanischer Natur. Mir wird das Ganze zu blöd und löte das Band auf beiden Seiten los und ab in den Müll damit. Jetzt werde ich  einfach mir Einzellitzen besorgen und die Verbindungen wieder sauber herstellen. Sieht vielleicht nicht so schön aus, aber es hält verlässlich! Das sieht ja auch keiner… oder vielleicht doch? Sofort schießt mir ein Gedanke durch den Kopf. Jedes mal, wenn ich an Flughäfen durch die Kontrolle mit meiner Ausrüstung muss, werde ich extra kontrolliert. Ich hoffe die denken nicht ich hätte da ein „bombastisches Objektiv“ zusammen gebaut. Die Röntgenaugen sehen das sicher, dass da einzelne Kabel im Objektiv rumeiern. Na ja, schaun´wa mal was passiert. DAS TEIL tut wieder einwandfrei sozusagen. Darauf komm es an – dem Ingenieur ist nichts zu schwer.

Der Beweis - gut gelötet ;) Objektiv wieder OK
Der Beweis – gut gelötet 😉 Objektiv wieder OK

2 Gedanken zu „Dem Ingenieur ist nichts zu schwer

  1. Wie sagt man so schön: auseinander geschraubt bekommen wir alles! Aber… gut, dass es wieder funktioniert. Ich bin auf die erste Kontrolle am Flughafen gespannt. Was wir da nicht schon alles erlebt haben! Einzeluntersuchungen hinter verschlossenen Kabinen, alle hundert Ladekabel einzeln untersucht… Dabei hat man nur das ein oder andere Objektiv, naja und Laptop und und und und…

    1. tja, ist so eine Unart von mir alles auseinander zu nehmen hihi. Das beruhigt mich sehr nicht der einzige zu sein, der an Kontrollen hängen bleibt. Erzähle dir bei Gelegenheit wie es mir ergangen ist, falls ich bis dahin schon wieder frei bin 😉

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