Der Berg ruft

Heute ist wieder Montag

Die Hitzewelle macht mir wenig aus. Ich mag den Sommer. Klar macht mir die Erderwärmung sorgen, wenngleich noch mehr sorgen mir die Menschen machen, die diese verleugnen. Ich sorge mich um uns. Die Ereignisse in Italien mit der Verhaftung der Kapitänin. Die Argumente für Rechtfertigungen unmenschlichen Verhaltens sind unglaublich. So sind wir also auch, unmenschlich. Die Schuld suchen wir grundsätzlich bei den Anderen. Salvini ist keine Ausnahme, Trump ist keine Ausnahme, Strache ist keine Ausnahme, die AFD ist keine Ausnahme. Der Kampf, Reich gegen Arm, ist schon längst entschieden. Die Ignoranz und Dummheit der großen armen Menschenmasse flächendeckend verteilt und spielt den Reichen in die Hände. Sie gibt ihnen ihre Stimme und rechtfertigt ihre Existenz. Ich werde Italien in Zukunft meiden.
Aber zurück zum Sommer. Auch hier meide ich die Menschenmasse an Badeseen und suche die frische Bergluft. Gondeln sind super, denn du bist schnell oben. Ich freue mich, wenn viele Menschen sich bewegen und die Berge aufsuchen. Ganz besonders, wenn Familen die Natur aufsuchen und nicht faul rumliegen. Als wir gestern in St. Ostwald zur Bergbahn fuhren, waren wir erstaunt wie wenig los war. Ein Traumbergtag in Urlaubszeiten und wenig los? War wohl zu heiß, da geht man lieber baden.

Familie bedeutet Stress

Kaum oben angelangt, sahen wir doch einige Familien an der Gipfelstation. Der erste Eindruck täuschte mich nicht – unsportlich ist untertrieben. Jede und jeder kennt diese ganz besondere ätzende Stimmung, wenn Familien Stress miteinander haben. Disharmonie, Ärger, Enttäuschung, Unmut, Wut und laute Worte mit viel Kindergeschrei. Ich kann diese spezielle Stimmung sehr gut nachvollziehen. Jede(r) ist von jedem genervt. Berge haben eine wichtige Eigenschaft. Sie zeigen dir, wo der Hammer hängt. Sie spiegeln unmittelbar den Zustand deiner Seele und melden ihn dir knallhart zurück. Da haben unzufriedene Familien keine Chance. Wenn sie auch noch unfit sind, dann erst recht nicht.

Er sportlich, Sie zu dick, Kinder unglücklich

Diese Konstellation ist so häufig wie Sand am Meer. Aus männlicher Sicht kannst dir nur folgendes denken, Junge – du hast die Arschkarte gezogen. Und genauso fühlen sich die meisten dieser Männer. Manchmal schämen sie sich sogar und machen ihre Frauen öffentlich fertig. Das hilft ihnen ihr angekratztes Ego wieder aufzupolieren. Es ist ein Trauerspiel, denn keiner ist mit der Situation glücklich. Die übergewichtige, schnaufende Mama versucht vergebens die Kinder bei Laune zu halten und der gekränkte Vater stapft scheinbar unbeteiligt vornweg. Vielleicht denkt er an ein besseres, erfüllteres Leben und überlegt für den IronMan zu trainieren.
Klar gibt es auch die umgekehrte Konstellation – er zu dick und sie sportlich. Aber ganz ehrlich, Frauen können das eher verkraften als Männer. Sie sind nicht so narzisstisch fixiert wie wir und können sich eher mit unseren inneren Werten begnügen. Trotzdem glaube ich, dass sie ebenfalls einen sportlichen Mann an der Seite wissen wollten. Aber nicht so ein IronMan Gockel, der außer sich selbst in der eigenen Herrlichkeit nichts anderes wahrnimmt.

Alle unsportlich und Übergewichtig

OK, ich finde diese Konstellation auch nicht gerade prickelnd. Da kamen uns einige Familien, die allesamt voluminös waren, entgegen. Sie bewegen sich grundsätzlich in Liftnähe, haben jede Menge Proviant dabei und zeichnen sich durch eine gemütliche Trägheit aus. Zugegeben, die sind nicht schlecht drauf, auch dann nicht, wenn sie trotz geringer Bewegung schnaufend und stark schwitzend vor Anstrengung stönen. Die gute Laune steigt ins unermessliche, wenn sie die Berglokale in Bahnnähe erreichen. Das hat man sich ja verdient. Bier, Schnitzel, Pommes, Schmarren, Eis mit Schlag, Cola… alles da!
Auch wenn ich es traurig finde so ein Leben zu führen, scheinen diese Menschen die Berge zu genießen. Gesund ist es sicher nicht. Aber im Notfall kann Mann/Frau eine Magenbypass-OP auf Kosten der Krankenkasse (ca. 8000€) machen lassen. Die Kinder diese Eltern haben gar keine Chance. Dicke, dickere Kinder und megadicke Kinder nehmen in der Bevölkerung zu.

Alle normal und doch unsportlich

Auch gar nicht so selten. Sie strahlen eine erdrückende, ungesunde Energiearmut aus. Mir rauben diese Menschen die Luft zum Atmen. Da ist keine Körperspannung, keine Freude, keine positive Ausstrahlung da. Jeder Schritt wirkt bleischwer. Da fehlt einfach die Lust am Leben. Was die wohl für ein langweiliges Leben führen und der Sex? Hmm, nein, lieber nicht daran denken.

Die wohltuende Ausnahme

Ca. 5 km und 600 Höhenmeter weit von der Bergbahn entfernt, kam uns eine Familie entgegen. Sie sportlich attraktiv, er drahtig gutaussehend und der Sohn machte einen glücklich ausgeglichenen Eindruck. Kennt ihr diese Menschen, die einfach was Positives ausstrahlen? Es geht nicht darum eine heile Welt vorzugaukeln, sondern um eine reale Familie. Die Art und Weise wie sie miteinander umgehen, sich lieben und respektieren ist echt. Wie muss so eine Familie auf unglückliche Menschen wirken? Bedrohlich sag ich!

Fazit

Berge polarisieren, das steht fest. Sie legen Wunden offen. Für Familien bedeuten sie eine gnadenlose Bewährungsprobe. Für Paare übrigens auch. Bist du glücklich, bekommst du es von der Natur tausendfach zurück. Bist du unglücklich, dann erst recht. Jetzt könnte man meinen, ich würde unglücklichen Familien und Paaren von den Bergen abraten. Um ehrlich zu sein: JA unbedingt! Wie schon am Anfang gesagt – ich wünsche mir viele GLÜCKLICHE FAMILIEN in den Bergen und überall.

   Send article as PDF   

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.