Der Flughafen

Etwas gelangweilt sitze ich hier. Ich bin kein Routinier was Flughäfen anbelangt. Wenn ich fliege, dann weil wir wieder die weite Laufwelt ergründen. Heute geht es nach Berlin. Berlin kennen wir recht gut, auch was das Laufen anbelangt. Die Spannung ist schon da. Endlich wieder auf Reisen, dass ist schon unser Ding. Wir haben noch sehr viel Zeit bis zum Abflug, waren auch sehr früh da. Man kann ja nie wissen mit den Staus und Baustellen. Also, etwas gelangweilt setzt meine Denkmaschine sofort an zu rattern. Ist euch aufgefallen wie unterschiedlich der gleiche Flughafen beim Abflug und bei der Ankunft ist? Quatsch, das ist doch der selbe Flughafen. Die Menschen sind die, die sich so anders verhalten. Sofort werde ich ein neues Foto-Projekt starten: „Menschen gehen und kommen; Impressionistische Beobachtungen an den Flughäfen der Welt“; wäre doch eine coole Sache. Horstl hätte da so viele Ideen, wenn er nur einen Gönner hätte, der seine Genialität fördern würde…, wenn. Aber Horstl weiss, dass es ganz viele geniale Menschen gibt, die ähnliche Ideen haben. Somit ist seine Genialität nichts außergewöhnliches, sondern eher normal und daher wird er kaum einen Gönner finden.

Hat was, diese Warterei. Da kann man seinen Gedanken absolut freien Raum lassen, Menschen beobachten, oft zum Klo gehen, Kaffee trinken und sich langweilen. Warum liest du nicht ein Buch oder eine Zeitschrift? Nö, kann ich nicht, bin zu abgelenkt durch das Treiben in der wartenden Menge. Ich könnte ja was verpassen. Die junge Frau, die noch wie wild vor dem Boarding eine SMS tippt, die Mutter, die verzweifelt ihre kleine Tochter ermahnt, der Opa, der stark gestikulierend telefoniert, das junge Pärchen, mit ihren Handys und die Zuschi, die beste Frau der Welt, die gerade mit Kaffee anrückt…

Ich werde doch mich bemühen so ein Projekt zu verwirklichen. Haach, ich bin schon ein unruhiges, glotzwütiges und neugieriges Viech. Etwas sozialer könnte ich werden, mag ich es nicht mich in den Mengen zu bewegen. Bin lieber am Rande – und glotze. Puahh, hinter uns wird jetzt gehämmert, gesägt, gebohrt und geschrien. Ist doch nicht so langweilig!

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