Der Laktatstufentest als Analysemethode zur Trainingsteuerung in der Leistungsdiagnostik

Ergänzend  zu den Beiträgen:

–          Was Ausdauersportler über VO2max(r) wissen sollten

–          Die anaerobe Schwelle (ANS), die eigentliche Laktatschwelle

–          Energiebereitstellung oder was heißt Ausdauer im Sport

–          Zwei wichtige Faktoren für eine gute Ausdauer im Sport

Der Laktatstufentest ist mittlerweile unter Ausdauersportler sehr verbreitet, da er relativ einfach in der Durchführung  und somit kostengünstig angeboten wird.

Messgrößen sind  Herzfrequenz und die Laktatkonzentration im Blut in Abhängigkeit der körperlichen Belastung die in verschiedenen Stufen während der  Untersuchung gesteigert werden. Der Test kann und soll sportspezifisch durchgeführt werden, wie z.B. Laufen, Radfahren, Schwimmen, Rudern, etc. Eine Übertragung von Ergebnissen zu anderen Disziplinen ist unzulässig.

Aufbau der Untersuchung am Beispiel Laufen (Laufband)

Laufband
Laufband

Messgrößen

Herzfrequenz  in [1/min.]
Laktat in [mmol/l]
EKG (wenn vorhanden von Vorteil)

Bezugsgrößen

Leistung in [W]
Geschwindigkeit in [km/h]
Zeit pro Strecke in [min./km]

Zunächst werden die Messgrößen bei Ruhe aufgenommen. Danach wird die Laufgeschwindigkeit je nach Leistungsklasse nach einer vorgegebenen Zeit um eine definierte Geschwindigkeit gesteigert, das sog. Untersuchungsprotokoll. Diese Zeit sollte nicht unter 3:50 – 4:00 liegen. Am Ende jeder Stufe werden das Laktat und die Herzfrequenz ermittelt und in die Tabelle eingetragen.

Messprotokoll:

Messprotokoll
Messprotokoll

Mit diesen Werten werden die Auswertungen vorgenommen.Hier gibt es eine Reihe unterschiedlichster Auswertungsmodelle. Die alle zu erörtern, würde den Rahmen dieser Arbeit sprengen. Für interessierte hier die gängigsten zum Nachschauen:

–          Freiburger Modell
–          Mademodell
–          Freies Freiburger Modell
–          Stegmann
–          Keul
–          Simon (Schwimmen)
–          Dickhuth
–          Kindermann
–          Simon – Dickhuth

Ich werde mich auf das bewährte Freiburger Modell beschränken. Die Auswertung kann durch eine Grafik zum besseren Verständnis ergänzt werden. Zuvor sollte aber eine Festlegung, also Definition der späteren Trainingsbereiche gemacht werden.

Definition der Trainingsbereiche nach DLKA

Leider ist diese Definition nicht Weltweit identisch vorgenommen worden. Ich beziehe mich hier an die DLKA – Definition (Dynamik Laktat Kinetik Analyse).  Dabei werden die Trainingsbereiche in 5 Bereiche unterteilt:

Regenerativ                                    REG       direkt vor Laktat Anstieg                ca. 0,5 – 1,5 mmol/l
Grundlagenausdauer 1                GAT1     40% bis iANS                                     ca. 1,5 – 2,0 mmol/l
Grundlagenausdauer 2                GAT2     40%-90% bis iAns                           ca. 2,0 – 3,0 mmol/l
(Anaerobe Schwelle                      iANS     Laktat staedy state                            ca.   3,0 mmol/l)
Grundlagenausdauer 3                GAT3    10%=1/4 bis iAns -3/4 nach iAns               ca. 3,0 – 5,0 mmol/l
Wettkampfspezifisch                   WSA      nach GAT3

Softwareanalysen bedienen sich der Differentialrechnung und ermitteln durch Näherungen den ersten Laktatanstieg und die Laktatschwelle. Danach wird nach DLKA in den jeweiligen Trainingsbereichen eingeteilt

Lesitungskurve

Für die Trainingsgestaltung erhält man Pulsbereiche die entsprechend die jeweiligen Trainingsebenen beschreiben.

Pulsreferenz
Pulsreferenz

Oft bieten Softwareprodukte auch zusätzliche Informationen für Trainingsvorschläge und Zeitrechner für unterschiedliche Distanzen an.

Zeitreferenz
Zeitreferenz

Was sagt der Laktattest über die Leistungsfähigkeit und den Trainingszustand aus?

Zunächst ist die Aussagekraft des Laktatstufentests eine Näherung zur tatsächlichen Leistungsfähigkeit. Viele Faktoren können das Ergebnis erheblich beeinflussen. Daher ist es sehr wichtig auf die Erfassung der Daten, den Versuchsprotokoll, die Vorbereitung des Tests und vielen weiteren möglichen Fehlerquellen zu achten. Gute Sportinstitute  beachten diese Umstände, sodass hier vernünftige Ergebnisse zustande kommen.

Eine sehr gute Referenz zum momentanen Trainingszustand liefert die Kurvenform des Laktatstufentests. Hier sehe ich den großen Gewinn für die Planung der Trainingsgestaltung. Damit werde ich mich speziell im nächsten Beitrag beschäftigen.

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