Der schlechte Verlierer

Vorwort

Ein wesentlicher Grund warum ich Wettbewerbe meide, sind schlechte Verlierer. Sie sind auch miserable Gewinner! Zutiefst beeindruckt von einer Begegnung bei einem Interview mit Kilian Jornet dachte ich, dass alle Trailläufer von dieser narzisstischen Persönlichkeitsstruktur, die so manche  ambitionierte Athleten befallen hat, verschont geblieben sind. Gut eine Woche verbrachten wir mit TopläuferInnen aus allen Nationen in Font Romeau. Die gegenseitige Achtung und Hilfsbereitschaft war grandios. Niemand wurde abwertend und alle lebten den Spirit, den Spirit des Trailrunnings. Allen voran Kilian, der bescheiden und ruhig für alle da war. Geduldig beantwortete er unsere Fragen, ging mit uns „Spazieren“ und erzählte uns seine Lebens-Philosophie. Das gesamte Team war bemüht diesen wunderbaren Sport ins rechte Licht zu rücken. Das ist ihnen bei mir zu 150% geglückt. Konkurrenz ist erwünscht, aber mit Respekt und Anstand, ja sogar Ehrfurcht.

Ruhig - bescheiden - stark - beeindruckend
Ruhig – bescheiden – stark – beeindruckend

 

Abwertung als Bewältigungsstrategie

Schlechte Verlierer suchen immer einen Schuldigen für ihr Versagen. Sie nutzen alle Mittel um sich gegenüber der Umwelt für ihr schlechtes Abschneiden zu rechtfertigen. Sie besitzen nicht den notwendigen Selbstwert, um mit Würde und Respekt sich eigene Fehler und Schwächen zuzugestehen. Sie sind durch ihr Versagen so verletzt und gekränkt, dass sie kaum eigenverantwortlich eine sogenannte Reflexions- und Introspektionsfähigkeit entwicklen können. Sie sind kleine verletze Würschtel und wachsen nicht mit den Aufgaben und Prüfungen. Sie arbeiten hart um besser und stärker als andere zu sein, nicht aus Liebe zu dem was sie tun. Sie sind Gefangene ihrer inneren Minderwertigkeit. Sie sind uneinsichtig, aggressiv und ungerecht gegenüber jeden der sie in Frage stellt. Klar sind sie im Grunde genommen arme bedauernswerte Wesen. Das Problem ist nur, dass sie in ihrer Blindheit sehr viel kaputtmachen und vielen Menschen gnadenlos wehtun. Das müssen sie, weil sie es nicht aushalten ihren eigenen Schmerz zu empfinden. Verwerflich ist diese Bewältigungsstrategie aus meiner Sicht durchaus! Leider wird dieses Verhalten in unserer Welt nicht weniger und teilweise gefördert.


 

Der schlechte Verlierer

Getrieben vom falschen Ehrgeiz, blind vor Selbstverliebtheit in die eigene Stärke und Schönheit glaubt er allen anderen überlegen zu sein. Wenn so einer sich bei einem Trailrun verläuft, dann ist alles zu spät. Traurig aber wahr, er war einfach zu blöd um den Weg zu finden. Deswegen müssen alle seine Wut spüren, weil er sich das nicht eingestehen kann ein Fehler gemacht zu haben. Einer mit wahrer Größe steht zu seinem Fehler, ärgert sich darüber und macht es in Zukunft besser. Das kann man lernen und bringt nur Vorteile im Leben. Das hat Kilian von Anfang an so gemacht. Aber der ist ja für einen schlechten Verlierer auch nichts wert. Der hält es ja nicht aus, wenn einer besser als er ist. Das tut weh – gelle?

Wettkampf ja - schlechte Verlierer NEIN
Wettkampf ja – schlechte Verlierer NEIN

 

Nachwort

Ich werde den Glauben an die Trailläufer nicht verlieren. Ich hoffe sie wissen sich zu schützen. Das Laufen, die Freiheit, die Herausforderung, die Natur, die Bewegung, die Härte und die Liebe zum ihrem Sport hat sie sehr verantwortungsvoll mit sich und ihrer Umwelt werden lassen. So habe ich es dieses Wochenende im Pitztal wieder wahrgenommen. Viele neue Freunde mit wunderbaren Geschichten haben mein Leben  weiter bereichert. Ihnen gilt mein Dank und meine Hochachtung, auch wenn ich kein Trailläufer bin. Der Schöngeist Horst kehrt den schlechten Verlieren den Rücken zu und zeigt ihnen dabei den Stinkefinger! Tut was für euch, aber versaut den coolen Jungs und Mädels nicht ihre Welt. Die können für eure innere Armut nichts dafür… aber ihr habt eine Chance. Ich weiß wovon ich rede und ich habe wieder einmal von so einem was gelesen. Wie ich sagte – alle anderen werden beschimpft und sind daran Schuld, dass man nicht gewonnen hat. Zu dumm, dass andere besser waren. Am Ende zählt nur der Sieg? Nein – die wahre Größe und die Liebe zum Sport!

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