Der Traumtänzer

Ach sooooo, es gibt Probleme. Habe ich nicht bemerkt

Traumtänzer sind Menschen, die wirklichkeitsfremd in einer Welt voller Wunschvorstellungen, weit ab von der Realität entfernt leben. Das bringt einen negativen und naiven Touch mit sich. Solche Träumer wirken unseriös, denn die Welt ist von anderen, ernsteren Gesetzten geprägt. Wer zugibt bisweilen Traumtänzeranteile zu besitzen, begibt sich in die Gefahr, nicht mehr ernst genommen zu werden. Es ist immer wieder spannend zu erfahren, wie unsicher Menschen werden, wenn sie kompetente Manager, Führungskräfte, Entscheidungsträger oder Leitpersonen in einer anderen Rolle als der gewohnten erleben. Diese Verunsicherung macht ihnen große Angst, es zieht ihnen regelrecht den Boden unter den Füßen weg. „Die taugen nichts, die spinnen, die sollen lieber sich um ihr Job kümmern, die sollen gefälligst was arbeiten“ und schon wird abgewertet. Das Prinzip „Schuster bleib bei deinen Leisten“ hat was. Es gibt uns eine vermeintliche Sicherheit. Unsere Kreativität soll von Künstlern, Schauspielern, Musikern und vielen anderen speziell ausgebildeten Fachtraumtänzern übernommen, unser Horizont von anderen Fachleuten erweitert werden. Ich denke, es ist der falsche Weg. So halte ich es für sinnvoll, dass Berufstraumtänzer die knallharte Realität nicht völlig ignorieren und die trockenen Realitätsfanatiker ihren Traumtänzeranteilen ebenfalls Raum gewähren. Lasst uns doch bitte gemeinsam mehr träumen – und tanzen macht ja auch Spaß. Auch kann ich mir nicht vorstellen, dass wenn mich andere Fachgebiete interessieren, sich diese Tatsache negativ auf mein Haupttätigkeitsfeld auswirken muss. „Vieles kann der Mensch entbehren, nur den Menschen nicht.“ hat Ludwig Börne in seinem berühmten Werk Über den Umgang mit Menschen behauptet. Wer sich mit ihm beschäftigt, wird viel über sich selbst erfahren. Ziemlich kritischer Geist der Ludwig Börne, der eigentlich Juda Löb Baruch hieß und eine ganze Menge in seinem Leben ausprobiert hat. Übrigens: Adolph Franz Friedrich Freiherr von Knigge hat auch das Thema Über den Umgang mit Menschen in 63 Kapiteln aufgearbeitet. Auch spannend, aber nicht unbedingt mein Ding. Etwas steif der Gute 🙂

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