Die Bestimmung

SONY DSCHaben wir eine? Nun, die Sehnsucht nach einer Bestimmung ist bei mir da. Die Gewissheit, dass unsere Bestimmung angeboren ist, wächst von Tag zu Tag.

Beschwerlich und steinig ist der Weg. Mein Gott habe ich viel in meinem Leben riskiert. Ein unersättliches, suchendes kleines Wesen. Ja ich gestehe auch große Angst gehabt zu haben. Ich würde nicht behaupten diese, meine ganz persönliche Angst, besiegt zu haben. Ich habe mich mit ihr versöhnt. Warum der Weg so steinig sein muss, ist mir nach wie vor ein Rätsel. Alles deutet auf eine Art Prüfung hin. Irrwege hin oder her, ich hätte gerne auf Vieles verzichtet. Ich habe immer Menschen bewundert, die von Anfang an genau wussten was sie wollten und ganz gezielt ihr Leben danach ausgerichtet haben. Diese Leichtigkeit des Seins war wohl nicht im Sinne meiner Bestimmung.

Wenn die Neugierde in mir stirbt, dann bin ich meiner Bestimmung nicht gerecht geworden. Innere Bilder sind nichts anderes als eine Projektion unserer Realität. Ich habe das Verlangen, und das seit dem ich denken kann, eine völlig durchsichtige und offene innere Realität zu leben. Ich möchte nichts verbergen, alle Rollen ablegen dürfen, mich im Fühlen und Denken frei bewegen zu dürfen. Ich frage mich immer wieder, was Privatsphäre bedeutet. Wir müssen uns schützen, aber warum? Was hindert uns in jeder Sekunde unseres Lebens absolut authentisch zu sein? Warum müssen wir uns und anderen ständig etwas vorgaukeln? Ich bin mittlerweile überzeugt, dass genau diese Beobachtung mir im Leben so viel Angst beschert hat. Das habe ich nicht verstanden, weder als Kind, als Jugendlicher, als junger Erwachsener noch als Erwachsener. Daran bin ich oft verzweifelt.

Wir haben gelernt Rollen zu spielen. Das tun wir im Beruf, in den Familien, unter Freunden und sogar in der Liebe. Dafür werden wir entlohnt. Wenn wir uns anstrengen, bekommen wir Ehrungen und Titel verliehen. Diese werten uns auf, geben uns Ansehen und versprechen ein besseres Leben. Unter diesen Umständen fiel es mir nicht leicht meiner Bestimmung nachzugehen, ja geschweige denn sie zu erkennen. Jetzt weiss ich, dass ich sehr viel getan habe um gelobt zu werden. Dabei habe ich das wichtigste vernachlässigt. Mich mit meiner Bestimmung und jede Menge Freiheit. Ich möchte mich nicht beklagen, sondern dankbar für jede Sekunde meines Lebens sein.

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