Die Götter und die Selbsterhaltung

Eines Tages kam ein Lebewesen auf die Welt, das eine ganz außergewöhnliche Fähigkeit besaß. Es verstand. Weil es nicht alles verstand, erfand es Götter. Als es mehr verstand, erfand es den allmächtigen Gott. Andere Lebewesen dieser Gattung erfanden weitere allmächtige Götter…

Menschen brauchen Veränderung. Entwicklung muss nicht immer positiv verlaufen. Ändere was in deinem Leben, heisst es ganz lapidar, tue was für dich! Nicht selten geht der Schuss nach hinten los. Wie viele Menschen haben mit dem Laufen begonnen um relativ bald sehr frustriert damit aufzuhören? Ich kenne einige davon. Das gleiche gilt für viele andere Bereiche. Sprachen lernen, Theater-Gruppen, Tanzen, Yoga, Musikinstrument, Fotografieren, Filmen usw..

Bewusstseinserweiterung gesucht. Die Richtung stimmt, das Vorgehen ist eher das Problem. In den vergangenen Wochen habe ich sehr viel gelesen. Was wäre, wenn es eine Magie gäbe, die unsere Persönlichkeit modifizieren, quasi eine kontrollierte Gehirnwäsche durchführen könnte. Klar, werden viele sagen, das ist absolut verwerflich. Was für ein Missbrauch wäre dann möglich. Man könnte beliebig Menschen so umprogrammieren, wie man sie haben möchte. Aber genau das passiert tagtäglich in unserer Welt. Es ist nicht so offensichtlich erkennbar, aber es passiert.

Die Individualität ist nur bedingt für uns zugänglich. Die Weltbevölkerung mit 7,2 Milliarden und einem jährlichen Wachstum von rund 78 Millionen Menschen ist Realität. Es wird eng für uns Menschen, sehr eng.

Aber was hat das mit den obigen Zeilen zu tun? Der Reihe nach:
Lebewesen mit Verstand und Götteranspruch. Lernfähig und Entwicklungsfähig, wenn auch nicht immer zum Vorteil. Hang sich individuell zu Verwirklichen. Manipulierbar und verführbar. Es gibt eine Menge davon.

Vielleicht wäre es sinnvoll die allmächtigen Götter aus unserer Vorstellung zu verbannen. Die Forderung nach Herrschaft, Vermehrung, ständiges Wachstum, Liebe, Überlegenheit auf das wesentliche zu beschränken. Arterhaltung. Bei allem Verstand bleiben wir den einfachen Gesetzten treu. Götter entbinden uns die Verantwortung über wichtige Lebensbereiche und dem Tod zu übernehmen, auch wenn von den unterschiedlichen Religionen das Gegenteil behauptet wird. Es sind wir, ganz alleine für unsere Taten zuständig – die Guten und die Schlechten. Allein die Tatsache, dass es mehrere allmächtige Götter gibt um eigene Positionen zu begründen, ist der beste Beweis dafür, dass Diese erfunden wurden. Ab und dann erscheinen erfundene Götter in Menschengestalt, die die sphärischen Götter leugnen. Auch sie bringen Wohlstand und Armut, Tod und Elend im Namen eine höheren Demagogie. Offensichtlich brauchen wir Rechtfertigungen um unser Verhalten zu begründen. Dabei geht es um die Arterhaltung. Das ist nicht primitiv, wie so oft kolportiert. Das ist essentiell.

… eines Tages kam ein Lebewesen auf die Welt, das eine ganz außergewöhnlich Fähigkeit besaß. Es glaubte zu verstehen und erfand Götter um davon abzulenken, dass es nichts verstanden hatte. Es spielte keine große Rolle, denn es verschwand mitsamt seiner Götter ziemlich bald von der Bildfläche.
Schade, dabei hätte es durchaus verstehen können, wenn es Verantwortungsgefühl entwickelt hätte. So kam es, dass diese Gattung sich in einem Bruchteil der Zeitgeschichte gegenseitig aufgefressen hatte. Diese Lebensform war eben doch benachteiligt, obwohl sie sich so überlegen vorkam. Eines muss man ihnen zollen: Sie waren Meister der Selbstüberschätzung und des Selbstbetruges, aber eben sehr unbedeutend.

Werde weiterlesen und die Hoffnung nicht aufgeben, dass … ich mich täusche. Eine ganz kleine Hoffnung hege ich in meinem Herzen. Wir haben eine Chance, wenn wir unseren Verstand mit Verantwortung und Liebe verknüpfen. Menschen gibt es seit rund 200.000 Jahren. Das entspricht einem dreißigtausendstel der Existenzzeit der Erde. Aber was rede ich da. Erst vorhin war ich auf der Strasse und wäre in der 30ger Zone von einem Mitmenschen fast getötet worden. Der war mit gut 70 km/h unterwegs. Am Sonntag geht er vielleicht mit seiner Familie in die Kirche und betet zu Gott. Ganz bestimmt sogar! Er muss ja für sich und seine Nachkommen vorsorgen. Die Zeiten sind nicht leicht, sie waren noch nie leicht. Die Starken überleben, die Schwachen sterben aus – mit oder ohne Götter.

… Die Sehnsucht nach inneren Frieden, nach Harmonie und Einsicht bleibt. Menschen in Koexistenz, die sich eine friedliche bescheidene, nicht immer wachsende Welt mit anderen Lebewesen teilen. Jeder ist gleichviel Wert, keiner muss dem anderen wehtun. Nein, so sind wir nicht gebaut. Gehirnwäsche wäre eine Möglichkeit, doch dann bleibt von uns wenig übrig. Das ganze begann, als ein Männchen um ein Weibchen oder umgekehrt warb – vor knapp 200.000 Jahren. Es hat sich äußerlich viel geändert. Wir haben es nicht leicht mit uns und unseren Göttern. Das ganze Drumherum, was wir und erschaffen haben, verlängert aller Wahrscheinlichkeit unsere Existenz auf dieser Welt um ein paar Jahrhunderte, vielleicht auch Jahrtausende. Die Magie wird fortgesetzt – ohne uns.

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