Die GoPro ist immer dabei

Wenn der Sportfotograf horstl an seine Anfänge mit Videos daran denk, dann merkt er, wie schnell sich die Zeiten ändern, oder auch, wie alt er geworden ist. Als meine Kinder noch klein waren und ich stolz Kinderfilme drehte, da war ich sicher Vorreiter was Technik anbelangt. JVC HD mit integrierter Festplatte und MicroSD, das war schon ein Hit. Niemals wäre ich auf die Idee gekommen dieses Teil mit meinen fotografischen Aktivitäten zu vermischen.

das waren noch Video-Zeiten

Aber, damals gab es noch keine Social Media Plattformen. Damals waren Fotos noch Kunstwerke, die zwar digital mit Photoshop erstellt und auch dementsprechend gewürdigt wurden. Heute ist das anders – nicht besser nicht schlechter – einfach anders. Bewegte Bilder sind mit jedem Smartphone schnell erstellt und geteilt. Sie werden quasi in Echtzeit verbreitet. Die Qualität ist unerheblich, denn das was zählt ist der Content/Inhalt. Das gleiche gilt für Bilder, allen voran die Selfies. Das Mitteilungsbedürfnis der modernen Kommunikation wurde durch die Social-Media-Welt völlig revolutioniert. Die Ichbezogenheit der Menschen hat Kanäle für sich kreiert, die lukrative Werbung und Vermarktung noch effektiver und gezielter ermöglicht. Die Bewegung ist rascher, dichter, intensiver geworden.

Was bleibt also dem horstl anders übrig, als sich der Realität anzupassen. Social Media will gefüttert werden  und ich spiele da kräftig mit. Wie mach ich das? Nicht indem ich mit den Selfiemacher und Echtzeituser konkurriere! Ich mache gescheite Videoclips neben den Fotos, die nach wie vor Priorität haben. Anschließend mache ich z.B. 30 Sekunden Clips für Instagram und auch längere Versionen, die auf Facebook geteilt werden. Dabei kann ich in den Clips auch Fotos animieren. Coole Sache, die qualitativ auch anspruchsvoller ist und super gut bei den Usern ankommt.

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Es gibt noch kleine Probleme zu lösen, denn es ist nicht ganz einfach simultan zu filmen und fotografieren. Ein Gimbal hilft ruhige hochwertige Clips zu erstellen, das Problem sind die fehlenden Hände um das Ganze zu bedienen. Die GoPro am Kopf zu Tragen ist nicht zu empfehlen, denn die Fotokamera wird bei jedem Bild sichtbar und die Clips sind extra verwackelt. Als nächstes werde ich einen Brustgurt testen, bei dem ich den Gimbal befestige. Das müsste funktionieren – bin gespannt.

Fazit
Die GoPro ist eine sehr gute Erweiterung für den Sportfotografen. Die neue Hero 5-Black besticht durch sehr gute Bildqualität und angemessene Bedienungsfreundlichkeit. Sie ist klein und leicht… was mich zum Denken anregt… warum müssen Fotografen immer so riesenschwere Kameras haben? Klar, wir brauchen das als Markenzeichen und so als Anerkennungszwecken. Ehrlich gesagt, es gibt ultrageile, leistungsfähige Systemkameras, wie z.B., die A7 Familie von Sony. Ich würde ja gerne wechseln, aber… die Kosten sind gewaltig. Vielleicht finde ich ja mal ein Sponsor, der mir gut 20KEuro spendiert. Ob mein Ego mit den Miniteilen befriedigt wird, bleibt mir derzeit erspart. Meine Kollegen würden mich sicher belächeln und nicht als Gleichwertig anerkennen. Damit kann aber gut umgehen… habe ich doch das bessere Auge, die besseren Fotos und höhere Kreativität. Spaß beiseite – die Zeit wird und zwingen umzudenken – ob wir wollen oder auch nicht!

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