Die Instrumentalisierung

unsrer Welt ist komplex geworden - der Mensch war es schon immer
unsere Welt ist komplex geworden – der Mensch war es schon immer

An manchen Tagen glaube ich zu erkennen älter geworden zu sein. Mag sein weil ich erst kürzlich Geburtstag hatte? – nein, eher nicht. Meine wenigen Leser mögen mich vielleicht für überheblich und eingebildet halten, denn ich meine eher eine gewisse Altersweisheit in mir zu erkennen. Ich habe mehr Durchblick als viele andere. Diese Eigenschaft möchte ich nutzen bevor die Altersdemenz meine Sinne vernebelt 😉

So möchte ich ein Beispiel aus den letzten Tagen erläutern, eine typische, mir so verhasste menschliche Eigenschaft, nämlich: die Instrumentalisierung von Mitmenschen um eigene Ziele zu erreichen. Die Formel ist ganz einfach – mann/frau bringe eine schwache, oft zuneigungsbedürftige und unterlegene Person in eine emotionale und oder körperliche Abhängigkeit und benutze diese als Werkzeug um die eigene Problematik zu bewältigen. Unter Problematik verstehe allerlei wie z.B.: psychische Störungen, Geldsorgen, Sucht, Geltungssucht, Minderwertigkeit, etc.. Dieser Missbrauch ist sehr verbreitet und leider nicht strafbar. Er wird erst dann relevant, wenn wirklich die Opfer körperlichen Schaden durch Selbstverletzung (Selbstmord oder Selbstmordversuch) erleiden. Das Ausmaß des psychischen Schadens bei den Opfern wird gewaltig unterschätzt, die Täter sind eh nicht ganz dicht im Kopf. Diese armen Opfer durchleben zunächst ein Paradies der Zuneigung, der Zärtlichkeit und nicht selten der Lust (Bindungs- / Abhängigkeitsphase) um dann direkt in die Hölle zu geraten. Sie werden gnadenlos zu willenlosen Wesen degradiert, die den abartigen, kranken und rücksichtslosen Willen der MissbraucherInnen dienen. Sie sind zu Instrumenten kranker Menschen geworden. Ich sage bewußt krank – weil ein gesunder Mensch so etwas niemals tun würde!

Diese menschliche Eigenschaft kenne ich seit Ewigkeiten und die Wut über solche Täter ist auch nicht neu. Womit ist also mein Gefühl der Weisheit zu begründen? Ganz einfach – ich habe gelernt mit solchen Menschen (Täter und Opfer) umzugehen. Ich schütze mich, meine Lieben und meine Freunde, meine Wirkungsfelder. Ich schließe solche Menschen wo immer ich kann aus, lasse sie nicht mit ihren Instrumenten in meiner Nähe spielen. Dann werden diese Instrumente wertlos für sie und mit etwas Glück auch zur Seite gelegt. Ich versuche nicht mehr die Opfer zu retten. Manchen gelingt es aus eigener Kraft den Krallen ihrer Peiniger zu entkommen, manchen nicht. Diese Erkenntnis ist eine meiner wertvollsten in den letzten Jahren – du kannst nicht die ganze Welt retten, aber du kannst dein unmittelbares Umfeld und dich durchaus schützen. Manchmal suchen ehemalige Opfer in meiner Umgebung Schutz  – ich bin dann gerne für sie da. Und das ohne irgendetwas von ihnen zu wollen. Die Täter sind sicher auch arm dran und brauchen sicher dringend Hilfe – können sie haben, aber nicht mehr von mir!

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