Die Konsequenz

Es ist mir aufgefallen, dass alles, aber auch alles was wir tun Konsequenzen  nach sich zieht. Unserer menschlich organisierte Menschenwelt ist sozusagen Konsequenzenverseucht. Wäre an sich ja nicht weiter tragisch, denn Kausalität der Handlung ist an sich ja gut. Das hat was mit Verantwortung und Eigenverantwortung zu tun. Da aber beleidigte Leberwürschte bei Kleinigkeiten sofort mit Konsequenzen drohen, tragen Konsequenzen zu weit aus gewaltigeren Folgekonsequenzen hinzu. Somit entsteht eine Konsequenzenpyramide, die die Streitsituationen um ein mehrfaches potenzieren. Man könnte es auch umgangssprachlich auf den Punkt bringen. Aus einer Mücke wird ein Elefant gemacht.
Wie treffend diese Beschreibung ist, merkt man erst dann, wenn man von einer Mücke gequält und Beispielsweise um seinen verdienten Schlaf gebracht wurde. Die ist so klein und unscheinbar, dass man sie nicht erwischt. Gezielt saugt sie Blut ab, selbstverständlich nachdem sie uns gewissenhaft stundenlang mit ihren ekelhaften Gesummse nahe an den nervlichen Zusammenbruch gebracht hat, um sich dann ausgerechnet mit unserem Blut zu vermehren. Als ob das nicht reichen würde, jucken ihre Stiche noch tagelang und je mehr wir uns kratzen, desto schlimmer wird es. So gesehen geht die Welt wegen einer Mücke nicht unter. Für viele Menschen offensichtlich schon! Sie sind so frustriert und unglücklich, dass alles um sie herum von ihnen wie eine lästige, blutsaugende, ebolaübertragende Mücke wahrgenommen wird.
Ich bin manchmal gerne eine kleine unscheinbare Mücke. Mir ist zwar bewusst, dass geschickte Mückenjäger diese problemlos erschlagen können, schließlich habe ich einige davon selbst im stundenlangem Kampfe letztendlich genüsslich erlegt. Das Risiko gehe ich ein. Die Begründung dafür ist relativ einsichtig und fast trivial. Beleidigte Leberwürschte, die mit Konsequenzen drohen ist es völlig wurscht, ob es Stechmücken oder Elefanten gibt. Sie müssen irgendjemand erschlagen, weil sie nicht den Mut haben sich selber umzubringen – was eigentlich ein Segen für den Abbau der konsequenzenpyramidenverseuchten Welt wäre. Daher ist die Wahrscheinlichkeit als Mücke oder Nichtmücke gleich groß vernichtet zu werden, es ei denn man verschanzt sich und versucht ein unscheinbares Dasein, versteckt in einer Ecke der Dunkelheit, zu führen. Da versuche ich lieber die beleidigten Leberwürschte zu pieksen und darauf zu hoffen, dass sie darüber nachdenken, warum meine Stiche sie so jucken. Als Elefant hätte ich diese Möglichkeiten kaum. Da fällt mir was ein. Wenn man eine Mücke erschlägt, hat das weniger Konsequenzen, als wenn man einen Elefanten umbringt. Seltsame konsequenzenverseuchte Menschenwelt.

Ich glaube ich sollte lernen Mücken nicht mehr zu erschlagen, sondern sie fangen und freizulassen. Unter Kollegen gibt es so was wie eine kollegiale Pflicht. Sie riskieren ja schließlich auch ihr Leben, um Menschen zur Vernunft zu bringen 😉

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