Die Lebens-Gondel

Vielleicht ist das heutige Leben mit einer fahrenden Berggondel, voller unterschiedlicher Menschen, vergleichbar. Zusammengepferchte, scheinbar zufällig im engen Raum eingesperrte Wesen rasen einen Berg hinauf und dann hinunter. Sie reden kaum miteinander und warten sehnlichst auf die Ankunft. Manchmal sind eine Frau und ein Mann dabei, die sich in der Enge der Gondel spüren; sie kannten sich vorher nicht. Sie könnten sich lieben lernen, doch die Fahrtzeit ist dazu zu kurz. Einmal am Ziel angekommen, strömen sie auseinander, vermischen sich mit anderen Gondelfahrer und verlieren sich aus den Augen. Über tausend Höhenmeter mühelos in wenigen Minuten zurückgelegt, starr verbracht, oben und unten das Leben verpasst.

Mit der Berggondel scheinbar mühelos am Leben vorbei
Mit der Berggondel scheinbar mühelos am Leben vorbei

Vielleicht ist das wirkliche Leben mit einer Bergtour, weniger unterschiedlicher Menschen, vergleichbar. Gemeinsam, nicht zufällig zusammengewürfelte Wesen mühen sich einen Berg hinauf und dann hinunter. Sie reden kaum miteinander, denn der  Weg ist mühsam. Manchmal sind eine Frau und ein Mann dabei, die sich in der Weite der Natur spüren; sie kannten sich vorher nicht. Sie könnten sich lieben lernen, die Gehzeit ist lang genug. Einmal am Ziel angekommen, bleiben sie zusammen, vermischen sich mit ihren gemeinsamen Eindrücken und verlieren sich nicht aus den Augen. Über tausend Höhenmeter mühevoll in vielen Stunden zurückgelegt, schwitzend verbracht, oben und unten das Leben lebenswert gemacht.


Bergführer und Gondelführer haben nichts gemein. Ich ziehe den Bergführer vor.

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