Die Sache mit den Polen

Polen baut im Moment Scheiße – ganz klar. Diese Verallgemeinerung ist sogar zulässig. Die Vertreter von Polen bauen gewaltig Scheiße. Gestern haben mich Polen auf der Autobahn mit gut 170 kmh überholt. Rumänen auch. Da hab ich mir ausgedacht, was wäre, wenn diese Knallköpfe alle wieder an den Grenzen nicht so ohne weiteres durchkönnten. Was wäre, wenn sie Visas bräuchten, nicht mehr hier bei uns einfach so arbeiten dürften, wenn man ihnen die EU Förderungen streichen würde, wenn man sie ganz einfach aus der EU ausschließt? Sollen die einfach wieder woanders scheißen gehen, diese primitiven Idioten!

Ich habe manchmal, so wie gestern beim Autofahren, großes Verständnis für mich. Ein Pole hat mich im Straßenverkehr fast umgebracht, ein Ungar auch. Die Ungarn fahren wie die gesenkten Säue. Die sollte man echt kastrieren, diese unausgeglichenen Vollpfosten. Die bauen auch nur Scheiße mit ihrer faschistischen Regierung. Aber die Vorteile der EU, die wollen sie alle haben! Das Problem ist, dass sie alle nicht reif genug sind – für die EU. Wer sich so verhält ist noch eher auf einem mittelalterlichen Entwicklungsniveau stehengeblieben. Gott sei Dank sind die Türken noch nicht in der EU, denn das was der Erdogan gerade bringt… spricht Bänder. Hitler war laut ihm gar nicht so übel – sagt die Presse über Erdogans letzte Rede.

Warum bin ich nur von lauter Vollidioten umzingelt. Ich meine ganz ehrlich, die Deutschen gehen den Ösis auf den Sack und umgekehrt. Die Itaker gehen beiden auf den Sack, die Slowenen sind auch vollkommen indiskutabel, schaffen ja die Homoehe ab, die Amis mit ihren bescheuerten Trumpi sind auch nicht ganz dicht im Kopf, überall lauter Volltrottel. Ich verzweifle total an meinen Mitmenschen und habe etwas wichtiges zu tun – VERZWEIFELN.

Das ist der Punkt an dem ich beschließe nicht weiter zu verzweifeln, sondern dafür weniger  kollektiv zu beschuldigen. Stelle mir sofort vor, wie ein netter Pole mit einer süßen Italienerin sich inbrünstig lieben. Und dann noch den Megasex zwischen einer Kenianerin und einem Ungar, ohne dass man sofort der Kenianerin Geldabsichten und dem Ungar böses vorwirft und beide voller Treue eine Familie gründen. Und dann noch zwei Schwule, einer aus Nepal und der andere aus Slowenien glücklichst verheiratet sind. Und nach und nach verwischen sich die Grenzen irgendwelcher Länder und Herkünfte. Es bleiben nur leblose Gettos von Kirchen und Moschees und Synagogen mit ihren verschrumpelten Ideologen, die mit ihren lächerlichen Verkleidungen umsonst ihren idiotischen Glauben anpreisen. Es wäre doch super, wenn ein Priester mit einem Rabbiner eine Lebensgemeinschaft eingehen und in Liebe gemeinsam die Nähe des Islams suchen würden. Vielleicht würden sie bald darauf kommen, dass im Grunde genommen alles der gleiche Nonsens ist und nicht gebraucht wird. Der Hass braucht die Unterscheidung und jegliches Geplänkel von gegenseitigem Respekt und Anerkennung nur eine billige Ausrede vor der eigentlichen Realität ist. Hass schüren ist ein altbewehrtes Mittel die eigene Minderwertigkeit zu verdrängen.

Frage: Also heißt das, wenn mir die Polen, die Türken, die Juden, die Itaker, die Slowenen, die Amis, die Ungarn, die Rumänen, die Flüchtlinge, usw. auf den Sack gehen, dann deswegen weil ich mich minderwertig fühle?

Antwort: Ja! Und die Demagogen unter uns nutzen meine Schwäche schamlos aus. Im Namen Gottes, im Namen Deutschland, im Namen der Parteien, Im Namen des Geldes. Diese Pinguine in ihren lächerlichen Kostümchen lachen sich ins Fäustchen und zählen ihr Geld. Sie erziehen uns voller Hass zu minderwertigen Kreaturen die sich gegenseitig im Namen der Liebe hassen. Ist doch super, wenn ein gestörter Pole mich auf der Autobahn zu Tode fährt. Bald werden die Flüchtlinge auch Autos haben und den Polen zu Tode fahren. Dann werden wieder die Islamisten an allem Schuld sein und die Rassisten recht bekommen. Immer ist irgendeiner Schuld – nur ich nicht!

… irgendwo, irgendwann in ferner Zukunft…
Kind: „Papa, war das früher wirklich so, dass es unterschiedliche Menschen gab?“

Vater:“nein mein Kind. Es gab sehr viele Menschen und alle glaubten unterschiedlich sein zu müssen, obwohl sie es nicht waren“

Kind: „Und die glaubten echt an diese komischen Götter?“

Vater: „Ja, das taten sie, bis sie merkten das ihnen nur wenig gehörte“

Kind: „Was heisst: etwas gehören?“

Vater: „Damals gab es Reichtümer und nicht alle hatten das Gleiche. Es gab arme Menschen, es gab reiche Menschen, es gab sehr viele vermeintliche unterschiedliche Menschen, mit unterschiedlichen Rechten und Pflichten.“

Kind: „Aber mir gehört doch so viel, ich bin sehr glücklich, ich liebe mein Leben und mir fehlt nichts. Ich bin frei, darf lernen was ich will, darf denken was ich will, darf sein was ich will“

Vater: „Genau das hat früher nicht funktioniert. Weil jeder anders sein wollte und weil das nicht ging, gab es Gut und Böse.

Kind: „Aber Papa, was ist Gut und was ist Böse?“

Vater: „Das Gute war erlaubt, das Böse verboten und wurde bestraft. Töten war sehr böse.“

Kind: „wer kommt auf die Idee ein Mensch zu Töten?“

Vater: „Oh, das war ganz normal, Tiere, Menschen, Pflanzen, Gedanken, Liebe, Wissen, Gefühle – alles wurde getötet.“

Kind: „Papa, das wird mir alles zu kompliziert und ich verstehe es nicht“

Vater: „Entschuldige, du hast Recht. Vergiss es einfach, es ist nicht Wert sich damit zu beschäftigen. Diese Zeiten sind schon seit einigen Jahrtausenden vorbei.“

Kind: „Da bin ich aber beruhigt. Ich gehe dann spielen.“

Vater: „Schön – das tue ich auch.“

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