Die „Schwarzen“ sollen weggehen

Kaum eine Laufveranstaltung ohne Ostafrikaner. Es ist eine Selbstverständlichkeit, wenn Menschen etwas besonders gut können, auch dort auftauchen um es zu beweisen. Ostafrikaner können sehr gut laufen. Ergo sind sie in der Laufszene präsent. Sie kassieren Preise, Lob, Preisgelder. Sie beherrschen weder die jeweilige Landessprache oder Englisch. Dafür laufen sie den „Weissen“ auf und davon. Das ärgert die Weissen, kränkt ihr ohnehin angeschlagenes Lauf-Ego.

Da kommen die bösen schwarzen Analphabeten und schnappen uns den Sieg im eigenen Land weg. Die sollen verschwinden, was haben die hier überhaupt verloren. Egal wo, Bergläufe, Stadtläufe, Marathons. Die sollen uns unsere Veranstaltungen nicht ständig versauen.

Fast jeder Ambitionierte- oder Profi-Läufer war schon mal in Kenia oder Äthiopien bei einem Trainingscamp dabei. Es hat sich herumgesprochen, dass man dort gut trainieren kann. Ist auch sehr billig dort und die Landschaft sehr schön. Ist auch super auf den selben Spuren von Haile, Wanjiru und wie sie alle heissen zu gehen. Natürlich gibt es so ein paar Nichtverräter, die sich und ihren Wurzeln absolut treu bleiben. Sie würden niemals diese Regionen betreten.

Da gibt es aber auch Weisse, die ein Geschäft wittern. Die werden zu Manager und holen die bösen Schwarzen ins Land, beuten sie aus. Die richtig guten Manager werden zu Millionäre – durch die bösen Schwarzen!

Es gibt aber auch Weisse, die helfen wollen. Sie wollen aufklären und Brücken zwischen Ostafrika und uns aufbauen. Sie wollen Preisgelder für ihre Athleten gewinnen um sie und ihr Land zu unterstützen. Sie wollen ihre Dörfer mit Infrastruktur und Wissensvermittlung wachsen sehen. Sie wollen kleine schwarze Kinder lachen sehen. Sie wollen sich nicht bereichern und sie wollen uns überzeugen, dass die Hautfarbe nichts mit Gut und Böse zu tun hat.

Und dann gibt es wieder andere Weisse, die sich Vorteile verschaffen, indem sie auf die glorreiche Idee kommen, aus den bösen Schwarzen gute Landsmänner zu machen. Einbürgerung mit Staatsbürgerschaft. Da kann man bei Europameisterschaften und Weltmeisterschaften, ja sogar bei Olympia triumphieren. Da spielen auf einmal der Name, die Hautfarbe und die Sprachdefizite kaum eine Rolle mehr. Es gibt ja auch die Heiratskosmetik. Klar ärgern sich einheimische Athleten und viele patriotische Landesvertreter enorm. Das gute weisse Land, wird von den gutgewordenen Schwarzen vertreten. Eine denkbar dumme Taktik ist das schon. Zum einen hilft das sicher nicht die Selbstwertproblematik weisser Laufsportler zu verbessern und zum anderen werden dadurch auch keine Brücken zwischen Ostafrika und uns gebaut. Wir können kaum alle Ostafrikaner die hier starten einbürgern. Den Menschen ihre Staatsbürgerschaft zu nehmen ist sowiso ein Wahnsinn und ändert nichts an den Problemen.

Rassismus hat viele Gesichter. Wer glaubt wir haben im Laufe der Jahrhunderte was gelernt, täuscht sich. Wer mit offenen Ohren in unserem Land geht, weiss das. Veranstalter werden die Preisgelder radikal streichen müssen um die schwarze Überlegenheit loszuwerden. Der Druck der Lauföffentlichkeit wird sie dazu zwingen. Als Ausrede gibt es ja viele Möglichkeiten diesen Schritt zu begründen. Es gibt ja auch Kinderhotels, oder Nichtkinderhotels, Frauenläufe, etc. Was bitteschön soll daran so schlimm sein, einen Marathon nur für Weisse zu veranstalten? Ist doch absolut legitim, wenn man unter sich sein möchte. Natürlich wird es so nicht kommuniziert werden – wäre ja rassistisch. Es wird Zeit, dass wieder viele Weisse siegen; vor allem dort, wo Ostafrikaner nichts verloren haben!

Epilog
Ich kenne auch andere Veranstalter, Sportler und Manager. Sie freuen sich Ostafrikaner empfangen zu dürfen. Keine scheinheilige Freundlichkeit, keine gespielte Bewunderung, keine Profitgier. Es geht um den schlichten Respekt gegenüber jeden Sportler, egal welcher Herkunft, Hautfarbe oder Gesinnung. Gute und weniger gute Menschen gibt es überall. Rassistische Erdbewohner leider auch. Ich würde mir nur eines wünschen. Meine Befürchtung und Beobachtung, dass Veranstalter zunehmend versuchen Ostafrikaner von Veranstaltungen fern zu halten um Einheimische nicht zu verärgern alleinig mein Hirngespinst ist. Idioten, die das Wort „Schwarze“ oder „Neger“ in den Mund nehmen sind nicht mehr zu retten. Sie sind es, die immer darauf bedacht sind, die Menschen zu spalten, sie gegeneinander aufzuhetzen. Sie sind es, die es geschafft haben, dass die Bezeichnung „Schwarz“ für die Hautfarbe eines Menschen negativ und „Weiss“ als überlegen und als was besseres besetzt ist. Sie sind es, die Angst und Schrecken unter uns streuen und unreflektiert keine Möglichkeit auslassen, alle Asylbewerber in den Terroristentopf zu verfrachten. Das ist alles so einfach – bleiben wir unter uns und beuten die niederen Menschen weiterhin aus. Das hatten wir doch schon mal.

 

 

 

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