Die sportliche Niederlage

Frustration & Bewältigung bei Sieg und Niederlage ist trainierbar
Frustration & Bewältigung bei Sieg und Niederlage ist trainierbar

Wenn man gewinnt, die eigenen Ziele erreicht oder gar übertrifft, ist die Freude groß. Die Auswirkungen für unsere Psyche sind in dem Falle komplex und nicht zu unterschätzen. Die Freude, die Ekstase, der Höhenflug und vielleicht noch die mediale Präsenz sind positive Faktoren. Danach, wenn diese Verstärker nachlassen, kommt die große Herausforderung – damit fertig zu werden, dass es vorbei ist.

Werden die gesteckten Ziele nicht erreicht, ist die Enttäuschung unmittelbar mit aller Wucht spürbar. Frustrationstoleranz ist hier der richtige Ausdruck. Diese Toleranz hängt unmittelbar mit Bewältigungsstrategien zusammen. Klar, kann man alles lernen und Trainieren, wie man die körperliche Verfassung ebenfalls durch Training stärkt. Begriffe wie Mentalcoach sind mittlerweile weit verbreitet. Sportpsychologen gibt es auch schon. Aus meiner Sicht, ist alles zulässig und legitim, wenn es hilft und zugelassen ist.

Jede(r) SportlerIn, der/die sich in diesen Sphären bewegt sollte sich überlegen, wie es mit der Verfassung der eigenen Frustrationstoleranz bestellt ist. Es macht wirklich Sinn die Psyche zu trainieren. In Vereinen wird das kaum als Bestandteil eines Trainings verstanden. Nur einzelne Spitzensportler ziehen diese Methode, meistens zur Leistungssteigerung hinzu.

Mir geht es mehr um die Gesundheit der AthletInnen. Höhenflüge und Niederlagen sind für AthletInnen nicht leicht zu verkraften. Darauf sollten wir sie vorbereiten. Die vielen Trostbekundungen bei Niederlagen wie: Kopf hoch; es wird schon wieder; mach dir nichts daraus; du schaffst es; das nächste mal klappt es…, etc., sind zwar lieb gemeint, bringen aber wenig Abhilfe für den betroffenen Sportler. Sie versuchen damit die Enttäuschung weg zu machen, anstatt ihr Raum zu lassen. Eine Niederlage sollte genauso so gewürdigt werden wie ein Sieg. Klar, die Gefühle sind nicht so prickelnd, aber die sind nun mal da! Daher sollten diese bewältigt werden bis sie nachlassen. Gleichzeitig sollten neue Strategien erarbeitet werden wie z.B.; was kann ich besser machen, habe ich richtig trainiert, muss ich meine Ziele korrigieren, wie kann ich meine äußeren Bedingungen für mein Vorhaben anpassen, etc..

Ich habe mich gefragt, was ich mir im Falle einer Niederlage von meiner Umwelt wünschen würde. Ehrlich gesagt, genau das Gleiche wie bei einem Sieg. Ich halte nicht viel von „du bist der/die Größte“ und so ein Gesulzte. Im Gegenteil, ich finde das widerlich. Das macht den Sport noch narzisstischer als er ohnehin schon ist. Wir sollten eher versuchen, dass der Sportler weniger im Vergleich mit anderen glänzt oder versagt. Aber wie soll das gehen? Ganz einfach – nicht gegen andere antreten, sondern gemeinsam mit anderen um die eigenen Ziele zu erreichen. Dieser Trend ist in einigen Laufbewerben spürbar. Aber zurück zu meiner Frage. Ich würde mir Respekt wünschen und speziell von meinen engen Freunden, dass sie mich einfach in beiden Fällen in die Arme nehmen und fest drücken. Alles andere ist mein Problem – positiv und negativ – damit sollte ich im privatem Rahmen fertig werden – nicht mit Hilfe der Öffentlichkeit.

Narzissmus im Sport findest du:  hier

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