Functional Training für Läufer

Was ist das?

Definition nach Boyle (2002) und DR. WASTL (2014)

„Funktionelles Training zielt durch systematische, planmäßige und regelmäßige Wiederholung auf einen Veränderungsprozess an Psyche oder Körper ab, um eine bestimmte sportliche oder alltagsbedingte Leistung erbringen zu können, die von einzelnen oder mehreren Einflussfaktoren abhängig ist oder in enger Verbindung zu diesen steht. Es wird mithilfe verschiedener Methoden gesteuert und setzt auf den Einsatz mehrerer Muskeln und Muskelgruppen, so dass es sportartübergreifend, niveauübergreifend und geschlechtsspezifisch zum Einsatz kommen kann.“

Definitionen sind so eine Sache. In meiner praktischen Läufer- und Tarinertätigkeit kann ich kaum was damit anfangen. Da brauche ich eher den Alltagsbezug. Da ich z.Z. für ein Gesundheitsunternehmen in der Steiermark tätig bin und just dort als Ergänzung zur klassischen Physiotherapie Functional Training angeboten wird, habe ich mich mit dieser Materie genauer auseinandergesetzt. Als Lauftechnikfreak weiß ich wie wichtig eine gute Rumpfstabilität für das saubere Laufen ist. Die Problemzone Hüfte ist auch von großer Bedeutung. Das sehe ich als Hauptproblem bei allen Läufern in den meisten Disziplinen der Mittel- und Langstrecken bis zu den Ultraläufen an. Läufer sind sehr fleissig und was nicht die Beine anbelangt stinkfaul. Das rächt sich früher oder später durch Verletzungen und es kostet eine Menge Ökonomie. Man könnte auch sagen es kostet eine Menge Performance. Das wollen viele LäuferInnen nicht wahrhaben. Ich gebe zu, es ist für LäuferInnen sehr ätzend an Geräten im Fitnessstudio seine/ihre Zeit zu vergeuden. Kreiseltraining ist mir auch ein Gräuel.

Alternativen
Bekanntlich bin ich ja auch Fotograf. So wurde ich gebeten für unseren Elithera Gesundheitstraining Fotos für Prospekte und Folders zu machen. Klar mach ich das – macht ja Spaß! Functional Training an einem einzigen Gerät? Das fand ich schon mal sehr spannend. Ohne Gewichte, alles nur mit dem Eigengewicht – cool.

Das Gerät meiner Träume heisst Total Gym und existiert seit 1974
Das Gerät meiner Träume heisst Total Gym und existiert seit 1974

Ich verbrachte einige Stunden mit Agnes und Boris am Total Gym. Da ich mich auf das Shooten konzentrieren musste, was übrigens bei den beiden Physiotherapeuten als Models sehr leicht war, rödelte es nur so in mein Hirn. Mein Gott, was für Möglichkeiten für eine Ergänzung für das Lauftraining. Agnes ist ja auch Läuferin. Du siehst sofort wo die Schwächen der Probanden sich verstecken und kannst ganz spezifisch an den entsprechenden Muskelgruppen arbeiten. Du siehst Balanceprobleme und komplexe funktionale Schwächen im Zusammenspiel. Genial für den Trainer und noch besser für den Athleten. Das beste an der Methode sind die vielen Übungen die mittlerweile ausgearbeitet wurden. Es macht wirklich Spaß mit dem eigenem Körpergewicht zu jonglieren.

Stabilität im Rumpf ist für das Laufen essentiell
Stabilität im Rumpf ist für das Laufen essentiell

Agnes zeigt was sie kann. Damit würde ich am liebsten alle Läufer konfrontieren. Wisst ihr wie wichtig ein ruhiger Oberkörper beim Laufen ist? Das bringt in der dynamischen Bewegung bei jeder Beschleunigung eine enorme Energieersparnis mit sich. Diese Haltearbeit ist eine der häufigsten Schwächen bei Profi- und FreizeitläuferInnen. Je höher die Performance, desto höher auch die Verletzungsgefahr, wenn das nicht beherrscht wird.

Funktional und gezielt arbeiten
Funktional und gezielt arbeiten

Natürlich macht Functional Training nur dann Sinn, wenn man unter Anleitung erst ein Tariningsprogramm erstellt. Der Profi entdeckt sofort die Partien, die es nötig haben gestärkt zu werden. Dabei ist es wichtig das Gesamt-Organismus funktional zu erfassen. Es macht wenig Sinn an manchen Problemstellen zu Arbeiten und den Rest zu vernachlässigen oder gar weitere Dysbalancen zu verstärken oder gar zu erzeugen. Ich bin sicher, wir könnten viele Verletzungen im Sport verhindern, wenn wir unsere Athleten vorsichtiger aufbauen würden. Die Methoden und das Wissen hätten wir ja.

Achtung - Functional Training ohne jegliche Anleitung ist nicht ratsam
Achtung – Functional Training ohne jegliche Anleitung ist nicht ratsam

Ich bin kein Anhänger von Richtig und Falsch. Bei einem hochwirksamen Training halte ich aber eine Hilfestellung für unbedingt notwendig. TrainerInnen sollten ihr Job verstehen und den Athleten anleiten und begleiten. Wie immer ist die Beziehung von großer Bedeutung für den Athleten.

und eines darf dabei niemals fehlen - Spaß und Freude!
und eines darf dabei niemals fehlen – Spaß und Freude!

Ich werde mich mit dieser Materie weiter beschäftigen und versuchen den Läuferinnen die Notwendigkeit sich mit Functional Training anzufreunden weiterhin zu empfehlen. Das Elithera Gesundheitstraining ist eine hervorragende Möglichkeit für LäufeInnen gesund zu bleiben und die eigene Performance zu verbessern. Es ist eine Tatsache, dass wir Sportler erst dann behandeln, wenn sie verletzt sind. Viele Verletzungen könnte man verhindern – davon bin ich ÜBERZEUGT! Ich sehe so viele TopläuferInnen und denke mir OH-jeh – das geht nicht lange gut. Wenn ich dann recht behalte, dann freut es mich nicht Recht gehabt zu haben. Im Gegenteil. Ich ärgere mich, weil ihre Trainer entweder keine Ahnung vom Laufen haben oder einfach zu borniert an einem schnellen Erfolg festhalten. Diese selektive Dummheit zahlt dann immer der Athlet. Beide, Trainer und Athlet, tragen Verantwortung. Jetzt gerade schießt mir eine Megaidee durch den Kopf: Functional Training in Kombination mit Metalcoaching. Synergie pur: mens sana in corpore sano. AthletInnen würden es uns danken. Aber das ist wieder eine andere Geschichte 😉

 

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