Geostationär ist eben cool – Suunto – Garmin im Vergleichstest

Stationär ist stehen. Daher die Gretchen Frage: wie weit muss ein Satellit von der Erde entfernt sein, damit er aus Sicht der Erde immer an der gleichen Stelle steht.

Warum rechnen, einfach am Netz nachschauen. Da finde ich folgende Angaben: genau 35787km, ca. 36000km vom Erdmittelpunkt entfernt. Ok, das kann man glauben, weil immer sehr gescheite Leute solche Dinge behaupten. Horstl ist immer skeptisch und fragt sich dann: gilt es für jeden Satelliten – egal wie viel Masse (Gewicht) er hat? Und schon fängt es in der Birne an zu rattern… und schon will ich die Formeln herleiten. Hat er auch gemacht und festgestellt es stimmt! Die Herleitung erspare ich mir – Traumfrau Running Zuschi weigert sich mit mir diese Physikebene zu teilen. Das ist ernst zu nehmen, denn ich will ja niemand verärgern.

Mit dieser Erkenntnis gehe ich in die eigentliche Task hinein oder eher gesagt hinaus. Nach überstandener Darmgrippe vergleiche ich joggend, denn Laufen geht noch nicht, die Garmin Fenix2 mit der Suunto Ambit3 Run. Beide brauchen eben die Satelliten auf der geostationären Bahn und Herrn Einstein um die Position während des Laufens zu ermitteln. Da fällt mir ein ich könnte die Korrektur wegen der Raumkrümmung die durch die Erdmasse verursacht wird und die damit verbundene Zeitdifferenz zum Satelliten, der wiederum eine höhere Geschwindigkeit und auch eine unterschiedliche Zeit als auf der Erde aufweist, auch mal berechnen. Beide Relativitätsbetrachtungen kommen vor, die Spezielle und die Allgemeine. Das mach ich mal! Aber jetzt zum Vergleich

Harte Bedingungen für die beiden Probanden

Schneller wie 6:50 min/km schaff ich heute nicht – weil Darm noch angeschlagen. Ich muss sicher zwischendurch stehen bleiben wegen Darm. Ich werde ca. 10 km Joggen. Bei so einem Gegurke tut sich jede Uhr schwer. Das ist bei einer 4 Pace schon leichter. Also ideale Testbedingungen. Beide Uhren habe ich auf Trailrunning-Modus gestellt, obwohl ich flach unterwegs war. Ich muss sagen, das war hart, vor allem für mich. Mann sind meine Beine schwer nach der Saugrippe. Egal, wenn ich die Uhren so quäle, kann ich mich auch quälen.

Ergebnis

Suunto Amit3 Run
Suunto Amit3 Run
Garmin Fenix2
Garmin Fenix2

Beide Uhren sind bei dem Wappeltempo absolut OK. Die Gesamtabaweichung der Pace um 2 Sekunden/km ist kaum von Relevanz. Die Höhenabweichung von 28 zu 35 Metern ist schon was, da die Strecke sehr Flach war. Das lässt sich schnell erklären. Die Garmin hat einen Barometrischen Höhenmesser, die Suunto bei dem Modell nicht. Dadurch muss sie aus den GPS Daten die Höhe ermitteln. Das ist bekanntlich ungenauer. Ein Vergleich wäre daher nur mit einer Suunto mit Höhenmesser möglich. Weitaus interessanter ist der Vergleich der Zwischenzeiten. Mit zwei Pausen wegen Magenkrämpfe (Nachwehen der Darmgrippe) ist das die echte Herausforderung. Was mich besonders interessiert ist die Differenz der Paceangaben pro Kilometer beider Uhren.

Rundenzeiten und weiter Infos

Rundenzeiten Suunto
Rundenzeiten Suunto
Rundenzeiten Garmin
Rundenzeiten Garmin

Da sieht es aber schon anders aus bei beiden Modellen. Um die richtig zu vergleichen habe ich eine direkte Gegenüberstellung gemacht.

Direkte Gegenüberstellung beider Uhren
Direkte Gegenüberstellung beider Uhren

So, das ist schon mal eine interessante Geschichte. Die Höhe ist logischerweise kein Thema. Da sieht man einfach, dass die Suunto gewaltige Fehler bei der Höhenermittlung macht. Das ist aber, wie gesagt, kein Wunder, weil sie ja keinen Höhenmesser hat. Ein Vergleich ist somit nicht möglich! Bei der Schrittfrequenz sind auch gewaltige Unterschiede. Das liegt auch an meinen Zwangspausen. Das wird je nach Algorithmus der Uhren unterschiedlich verrechnet. Ich bin sicher bei konstanteren Lauf würde die Abweichung kaum ins Gewicht fallen. Was mich aber sehr wundert, sind die teilweise sehr stark abweichenden Pace-Zeiten. Bei 10 K wurden  nur 3 km gleich bewertet. Der größte Ausreißer mit 18 Sekunden ist schon der Hammer. Nur ganz so überbewerten sollte man das nicht, weil die Uhren nicht exakt zur gleichen Zeit den Kilometer abgestoppt haben. Aber wozu mache ich dann diesen Vergleich pro Kilometer???

Antwort
Um den ganzen Idioten, die soviel Mist über Uhrenvergleiche Schreiben und lesen zu zeigen, was sie da für ein Blödsinn von sich geben! Viele Blogs und Zeitschriftenartikel kannst einfach als sinnloser produzierte Müll bezeichnen. Das brauchen aber die Leser um sich mit solchen Müll die Bestätigung zu holen, dass sie die bessere Uhr haben und die andere Marke einfach nichts taugt. So jetzt habe ich wieder ein paar Deppen beleidigt – ich weiss. Das macht halt der Ingenieur gerne. Mein Rat – kauft euch die Uhr, die euch besser gefällt und basta!

Aber welche ist nun genauer?
Antwort beide sind genauer!!!
 Auf 10 km eine Pace-Abweichung von durchschnittlich 2s/km ist nicht der Rede Wert. Klar sind 2 Sekunden am Kilometer aus Sicht des Läufers viel Zeit bei 10 km. Das sind insgesamt immerhin 20 Sekunden. Aus der Sicht der Technik ist das aber ein Witz. Das sind gerade einmal 0,5% Abweichung!!! Ich erspare mir hier das zu erklären wie witzlos 20 Sekunden auf 10km bei einer Pace von 6:45 sind. Wer da sich als schneller vorkommt, der sollte mal über seine Psyche nachdenken.
Nur für die ganz Oberschlauen, man müsste ungefähr 10 Uhren mit sich tragen, um genauere Werte zu bekommen. Es ist einfach fantastisch, was beide Uhren leisten und können. Da steckt eine enorme Entwicklung, Erfahrung, Wissen und Hirnschmalz um solche geniale Teile zu bauen. Die Trottel, die sich mit ihren schwachsinnigen Berichten gegenseitig beweisen wollen, dass sie voll den Durchblick haben, haben wirklich keine Ahnung von dem Ganzen. So – jetzt habe ich hoffentlich einige von euch überzeugt. Kauft euch die Uhr, die euch besser gefällt 🙂 ihr braucht keine Tests und Bestätigungen und sonstigen Quatsch. Ihr braucht nur Spaß und Freude mit euren GPS Geräten zu haben. Diese ständige besser, schlechter, überlegener und sonstige Mistvergleiche vermiesen eh die Sportlerseele. Das ist bei Läufer schon fast so wie bei den ambitionierten Triathleten, die sich mit sündhaft teurem Material bestücken müssen, um sich wertvoll zu fühlen. Das Material hilft ihnen kaum um das schwache Ego aufzupolieren. Eine GPS Uhr wird euch nicht schneller machen, auch wenn ihr eine braucht um euch zu motivieren. Daher freut euch und genießt eure Garmin, Suunto und wie sie sonst alle heissen.

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