Gottesteilchen entdeckt?

Der Nachweis des  Higgs– Boston- Teilchen wäre für die Physik eine revolutionäre Entwicklung. Die Wissenschaftler müssten vieles neu überdenken. Zumindest wüssten wir, warum Teilchen überhaupt eine Masse besitzen. Mit unserem herkömmlichen Verstand sind solche Zusammenhänge nicht mehr erfassbar. Sofort werden Urknall, Relativitätstheorie und sogar die Existenz der Zeit in Frage gestellt. Erst gestern hatte ich diesbezüglich eine spannende Diskussion während einer Autofahrt. Mein Diskussionspartner postulierte, dass weder eine Zeit noch ein Zeitkontinuum existiert. Spannende Sache. Gibt es keine Zeit, dann gibt es keine Abläufe, keine Epochen, keine Vergangenheit, keine Zukunft. Es gibt nur den zeitlosen Moment, mit parallelen endlichen Universen. Unsere Wahrnehmung bildet demnach eine zeitgebundene virtuelle Realität ab, die nur in unserer Vorstellung existiert. Dafür spräche die Tatsache, dass wir Zeit nicht als konstante Größe, sondern je nach Situation ganz unterschiedlich wahrnehmen. Auch in der Kindheit haben wir eine wesentlich langsamere Zeitwahrnehmung als im Alter. Im Prinzip hieße das, wir bilden uns die Zeit ein, weil wir Referenzpunkte für die Wahrnehmung unseres Seins brauchen. Das liegt daran, dass wir etwas wie ein Erinnerungs- und Antizipationsvermögen haben. Hätten wir das nicht, würden wir nur den Moment wahrnehmen, könnten weder eine Zukunft noch eine Vergangenheit kennen. Wir würden uns keinerlei kausalen Fragestellungen stellen können und vor Allem würden wir sämtliche Probleme auf einen Schlag loswerden. Verantwortung ist ein Gut welches ohne  Zeitkontinuum nicht existiert. Unser Handeln hätte keinerlei Folgen, denn wir würden keine Konsequenzen für unser Tun spüren können.  Ebenso Liebe, Hass, Zärtlichkeit, Lust, Frust, altern, denken, fühlen, handeln, ja sogar das Leben wäre reine Einbildungssache. Ein reizvoller Gedanke, keine Verantwortung im herkömmlichem Sinne für unser Sein zu haben. Wir sind – zeitlos – ohne Anfang und Ende, stellen uns keine Sinnfragen mehr. Das würde aber bedeuten, dass die Entdeckung der Higgs– Boston- Teilchen auch reine Einbildungssache ist. Ich denke es ist besser für uns nicht an der Existenz der Zeit zu zweifeln. Wir verlieren sonst unsere Werte mitsamt Referenzsystem. So wie wir gebaut sind, können wir dann unsere Realität nicht mehr abbilden, werden hoffnungslos psychotisch.

Die Wünsche nach Göttlichkeit, nach Außergewöhnlichkeit, nach ewiger Jugend, nach Zeitreisen, nach übernatürlichen Kräften und Fähigkeiten, nach ewigem Leben, mit den Toten zu reden und vieles mehr sind so alt wie die Menschheit. Aus meiner Sicht ist es der Hang zum Größenwahn, der uns antreibt und wir so dringend brauchen um uns weiter zu entwickeln. Gleichzeitig sollten wir uns ermahnen auf denn Boden unserer Realität zu bleiben. Insbesondere dann, wenn wir herausfinden sollten, dass diese Realität rein virtueller Natur ist. Wir leben, wir lieben, wir hassen, wir gestalten und zerstören. Unser Leben hat ein Ablaufdatum. Dafür tragen wir ganz alleine die Verantwortung und nicht der liebe Gott.

 

 

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