Hunde haben es gut

Vorab mein Bekenntnis: ich liebe Hunde

In Deutschland gab es 2014 rund 1,2 Millionen Einwohner, die zwei Hunde und 8,25 Millionen die ein Hund im Haushalt hatten. 140.000 Einwohner hatten drei Hunde und mehr. Also rechne ich hoch und komme auf über 10 Millionen Hunde (Quelle) Deutschland hatte 2014 ca. 81 Millionen Einwohner und 40 Millionen Haushalte. So gesehen haben ca. 1/4 der Haushalte Hunde. Grund genug für horstl sich zu überlegen warum das so ist.

Hunde sind Rudeltiere und suchen Anbindung. Menschen suchen sozialen Kontakt. Hunde haben es bei den Menschen meistens gut. Sie bekommen etwas von uns, was sie wahrscheinlich garnicht so dringend brauchen. Sie bekommen dieses Etwas von uns, weil viele Menschen mittlerweile so verkrüppelt sind, dass sie es nur noch wagen, dieses Etwas einem Hund aufzudrängen. Aus menschlicher Sicht haben es Hunde in deutschen Haushalten überwiegend gut. Aus der Hundeperspektive wage ich das zu bezweifeln, aber darum geht es hier nicht. Zurück zum Menschen. Dem Hund ist es völlig wurscht wie ein Mensch aussieht, was er denkt, tut und fühlt. Beim Geruch ist es wahrscheinlich nicht ganz so wurscht, aber Hauptsache der canis bekommt Fressen und Aufmerksamkeit. Dafür gibt er Frauchen oder Herrchen das Gefühl von: „du bist mein Ein- und Alles“ So bekommt der oder die HundebesitzerIn das Gefühl unendlich und bedingungslos geliebt zu werden. Der Mensch hat uneingeschränkte Macht über ein Lebewesen.  Ein schönes Gefühl für uns Menschen, dass unter uns Menschen eher selten vorkommt. Der Hund bekommt Aufmerksamkeit und dankt es uns mit Treue. Er enttäuscht uns kaum, zumindest nicht solange wir ihn füttern. So projizieren wir all das in ihn hinein, was wir im Umgang mit unseren eigenen Artgenossen nicht mehr finden können. Der Hund hilft uns die perfekte Symbiose einer Zweckgemeinschaft zu erschaffen um unsere verkrüppelte soziale Fähigkeit zu vertuschen. Wir brauchen ihn nicht zu fürchten, weil wir hässlich oder blöd, reich oder arm, groß oder klein, mächtig oder schwach, einflussreich oder arbeitslos, gerecht oder ungerecht, Verbrecher oder ehrbare Bürger sind. Der größte Kotzbrocken bekommt vom Hund die gleiche Behandlung wie die liebste Person, solange er was zu fressen und Aufmerksamkeit bekommt. Wenn das kein Grund ist Hunde zu lieben? Ja, eigentlich schon. Ich würde mich trotzdem freuen, wenn wir Menschen mehr Mut aufbringen würden unsere menschlichen Bedürfnisse unter uns zu befriedigen. Dann hätten es Hunde viel besser! Sie könnten das sein, was sie sind und nicht das was wir aus ihnen machen wollen.

Es gibt sehr viele einsame Menschen, die vom Schicksal schwer getroffen wurden. Ein Hund kann ihnen sehr helfen und das befürworte ich. Es gibt aber sehr viele HundebesitzerInnen, die ich einfach widerlich finde. Verhärmte Menschen, die Tiere für ihre Zwecke missbrauchen. Ihnen geht es nicht um die Tiere, obwohl sie das so in den Vordergrund stellen. Ihnen geht es lediglich um ihr wahres ich zu verdrängen. Ekelhaft.

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