Ich nehme dir alles weg

AfD sag ich nur. Mut zur Wahrheit – Alternative für Deutschland. Wer war das Herz, die treibende Seele dieser neuen Konstellation? Richtig – Bernd Lucke. Und wer hat sich alles unter den Nagel gerissen? Richtig – Frauke Petry. Ich prophezeie – diese Partei ist am Arsch. OK, ist mir eigentlich egal, weil ich diese Partei nie gemocht habe. Als gutes Beispiel für Verrat eignet sich die Entwicklung der AfD jedoch prima. Daher erwähne ich sie.

Geistige Väter oder Mütter werden gerne von ehemals Verbündete und Mitstreiter ausgestochen. Sei es in Vereine, Unternehmen, Parteien oder auch andere Einrichtungen. Es geht um Macht. Schütze dich und vertraue nicht, wenn es um das Sagen geht. Sehr bald werden Eigeninteressen den Maximen deines Lebenswerkes vorangestellt. Wie Parasiten nähren sich deine Mitstreiter auf deine Kosten, lassen dich im Glauben ihrer guten Absichten schmoren und dann, wenn sie ihre Chance wittern, fressen sie dich auf. Sie werfen dir genau das vor, was sie später selbst vorhaben – Machtgeilheit und Eigensinnigkeit.

Mut zur Wahrheit? Ja, unbedingt. Jene, die auf derart widerliche Weise ihre eigenen Ziele verfolgen, eine Institution missbrauchen und genau jene entmachten, die die notwendige Größe hatten etwas auf die Beine zu stellen; denen sage ich den Kampf an. Mut zur Wahrheit. Hört auf im Namen von hehren Zielen und eigenen Überzeugungen euer Handeln zu rechtfertigen. Habt den Mut und gebt zu, dass ihr neidisch seid, dass ihr gerne auch die Größe eurer geistigen Väter und Mütter hättet. Ihr werdet es nicht annähernd schaffen ihnen das Wasser zu reichen, denn ihr seid Verräter. Lernt Ehrfurcht und habt keine Angst euch minderwertig zu fühlen. Seid Vorbild und lernt – damit ihr in Zukunft fähig seid. Wozu? Um in die Fußstapfen eurer Vorbilder und Vorkämpfer zu treten, sie würdig vertreten und ihr Werk beständig weiter zu führen.

Das klingt wohl bei einigen nach: „ich soll kritiklos immer ehrfürchtig oh ja mein großer Meister sagen?“ Nein, das nicht. Das kling eher nach: „respektiere die Hierarchie und gehe nicht gleich in den Widerstand, wenn dir etwas nicht passt“. Meistens denken sich die Gründer und Leader was dabei, wenn sie was entscheiden. Nicht immer haben sie die Möglichkeit dich zu fragen ob es dir passt oder auch nicht. Manchmal müssen sie ohne deine Meinung entscheiden. Wenn du wirklich glaubst sie ersetzten zu können, dann frage dich, warum du nicht ihr Werk geschaffen hast. Danach, dir alles unter den Nagel zu reisen und deine Machtansprüche anzumelden ist einfach schäbig. Dann wirst du einwerfen, entschuldige, aber ich habe viel Arbeit, Zeit und Herzblut eingebracht und das gibt mir das Recht überall mitzubestimmen und dich auch zu ersetzten. Es ist auch mein Werk. Ist es nicht, du hast dich weiterentwickelt und davon profitiert. Alleine hättest du das alles nicht hinbekommen.

Verräter sind mit die schlimmsten Verbrecher. Beim Verrat,  im Gegensatz zu anderen Verbrechensarten, hat der Verräter sich zuerst das Vertrauen und die Zuneigung des Opfers erschlichen. Ich bin sicher nicht der einzige, der im Laufe seines Lebens verraten wurde – aber eines weiss ich ganz sicher. Das passiert mir nie wieder! Ich bin stolz darauf, weder beruflich noch privat jemanden verraten zu haben. Das hat mir bereits zwei mal mein Job gekostet. Zwei mal wurde ich aufgefordert Leader zu verraten, zweimal habe ich abgelehnt, zweimal wurde ich mitentmachtet. Ich weiss genau – nicht ich werde in der Hölle schmoren.

Was ich gelernt habe? Absicherung. Wenn du für etwas brennst und andere Menschen einbeziehst, dann sichere dich und deine Position (Funktion) ab. Stelle klar, wer das Sagen hat, rede unmissverständlich und sobald du nur den Hauch eines Zweifels an Vertrauensverlust spürst, grenze dich ab. Lasse dich auf keine Machtdiskussionen ein, rechtfertige nicht deinen Anspruch auf Führung. Wenn jemand dich in Frage stellt, setze ihn vor die Türe. Verteidige deine Ziele und deine Absichten wie deine eigenen Kinder. Das was du erschaffen hast IST DEIN KIND! nicht das der anderen. Handle sachlich und gerecht. Bringe kein Verständnis auf, für Angriffe auf deine Person – unterbinde sie. Und nun das Wichtigste. Suche würdige Nachfolger, die sich dir gegenüber loyal verhalten. Gib ihnen Macht und schenke ihnen Vertrauen. Vermittle Wissen und Fertigkeiten, helfe ihnen selbstsicher und Kompetent zu werden. Lehre sie ehrfürchtig ohne unterwürfig zu sein. Schütze sie, bis sie sich selbst schützen können. Hoffe, dass sie dich niemals verraten werden. Dann – darfst du dich zur Ruhe setzen 😉

Epilog
Habe von einem Unternehmen geträumt, da waren alle gleichgestellt. Es gab kein Neid, keine Rangeleien, keine vordergründigen Eigeninteressen. Es gab Rollen, es gab Entscheidungsträger und es gab Respekt. Jeder war für den anderen, für die Sache da. Es gab Liebe, es gab Zuneigung und ging mal was daneben, war es halb so schlimm. Es gab keine Lügen, es gab Ehrlichkeit und Offenheit. Es war nur ein Traum und nicht unsere Welt.

 

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