It´s time to go

Wer kennt das nicht, Abschied nehmen? wohl jeder. Manchmal denke ich, dass wir dazu neigen solche Ereignisse all zu sehr zu dramatisieren. Ich verlasse nach 6 Jahren meine Arbeitsstelle, nicht ganz freiwillig. Ich könnte auch bleiben, nur macht es keinen Sinn mehr. Meine Möglichkeiten dem Unternehmen weiterhin dienen zu können sind durch andere Umstände nahezu 100% vernichtet worden. Die Fragestellung der Schuld scheint mir irrelevant. Für meinen Teil stelle ich sehr pragmatisch fest – es geht nicht mehr.

Nachdenklich - ich war sehr gerne hier
Nachdenklich – ich war sehr gerne hier

Zugegeben, ich werde meinen Job sehr vermissen. Ich war gerne da und ich meine sehr gute Arbeit geleistet zu haben. Was ich sicher mitnehme, ist eine ganze Hand voll Erkenntnisse, wie z.B:

  1. Mit zunehmender Erfahrung und Reife bin ich bescheiden geworden
  2. Ich kämpfe nicht mehr gegen unsichtbare Windmühlen
  3. Den Dingen ihren Lauf lassen und nicht durch eine Machtposition erzwingen wollen
  4. Je mehr du beschimpft wirst, desto schwächer ist dein Angreifer
  5. Beschuldige niemanden, sondern habe Verständnis für seine/ihre Schwächen
  6. Jeder wird vor dem Richter erscheinen, es ist nur eine Frage der Zeit
  7. Je lauter dich jemand anbrüllt, desto mehr hat er zu verbergen
  8. Es gibt viel Einsamkeit in unserer Welt
Der Blick aus meinem Fenster - ich stand oft davor und war nur dankbar hier sein zu dürfen
Der Blick aus meinem Fenster – ich stand oft davor und war immer dankbar hier sein zu dürfen

Ja, ich bin sehr leise und sanft geworden. Früher hätte ich wild um mich geschlagen, beschuldigt, verklagt, verurteilt und alles daran gesetzt meine vermeintlichen Gegner zu zerquetschen. Jetzt beobachte ich in meiner Umgebung just solche armselige Menschen, die aus gekränkter Eitelkeit und persönlicher Schwäche sich wie Rambo aufführen und Gerechtigkeit einfordern. Sie tun mir leid. Daher bleibe ich absolut gelassen, wenn sie mich beschimpfen. Das einzige was mich anwidert ist, dass sie mit ihrem Hass auch andere Menschen mit in den Dreck und ins verderben hineinziehen. Manche von ihnen kommen sich überlegen und großartig vor. Sie sind es nicht! Wie ich schon sagte, die Rechnung wird kommen. Ich spreche da aus eigener Erfahrung und ich hoffe sie werden ihre Rechnung, so wie ich vor langer Zeit meine teuer bezahlt habe, auch bezahlen können und daraus lernen.


Meine Tage sind hier gezählt. Es fällt mir nicht immer leicht zu schweigen, denn es gäbe noch so viel zu sagen, zu tun. Die Wahrheit – wer will sie schon hören – ich werde sie für mich behalten und darauf vertrauen, dass die Dinge ihren Lauf auch ohne mich nehmen werden. Ich habe mein bestes getan – vielleicht war es nicht gut genug. Damit kann ich leben. Es ist Zeit zu gehen. Nein – ich habe nicht vor wieder zu kommen. Danke für die Lebenserfahrung, für die wundervollen Begegnungen, für das Vertrauen und die Zusammenarbeit. Ich gehe mit Frieden im Herzen und freue mich auf neue Herausforderungen.

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