Laufen und Watt – Messung

Nicht müde werden horstl… sag ich mir immer und immer wieder. Der neue Trend der Laufszene ist die Wattmessung während dem Laufen. Horstl ist bekanntlich auch Ingenieur. Daher weiß ich was Watt ist. Nicht böse sein liebe Läufer und Läuferinnen, aber warum lasst ihr euch so verarschen? Was glaubt ihr bringt euch eine Wattmessung während dem Laufen? Glaubt ihr dadurch stärker, schneller effektiver zu werden? Wenn ihr Spielzeuge braucht um euren Narzissmus zu stillen, dann hilft das möglicherweise. Ich denke dazu müsst ihr nichts von Physik und Technik verstehen. Konsumiert einfach jeden Schwachsinn der euch verkauft wird, glaubt an den ganzen Mist und werdet schneller.

Wer etwas differenzierte in die Materie eintauchen will soll sich damit auseinander setzten. Da gibt es sogar ein Buch von Jim Vance „Watt Messung für Läufer“. Die komplette Idiotie, gefüllt mit Halbwahrheiten und physikalischen Humbug. Ich verstehe diese Welt kaum noch. Sind wir soweit gekommen, dass wir für jeden Lebensbereich Viagra brauchen? Dabei ist es so einfach. Alles was für Training gebraucht wird, gibt es schon. Aber die Industrie muss ja auch leben.

OK für alle eine kurze Einführung!

Was bedeutet Watt?
Die Leistung wird in Watt gemessen. Die Einheit ist W und bedeutet nichts anderes als Joule/Sekunde (J/s). Dabei handelt es sich um eine mechanische Arbeit pro Zeiteinheit.

Wie kann man die Leistung messen?
Da geht es schon los. Beim Laufen ist es so gut wie UNMÖGLICH! Anders beim Radfahren, da geht es sehr einfach. Versteht ihr jetzt, warum ihr verarscht werdet? Ich erkläre es euch. Beim Rad kann man sehr einfach das Drehmoment und die Drehzahl der Kurbelwelle ermitteln. Die abgegebene Leistung durch das Treten der Pedale ist direkt ermittelbar und stimmt somit zu fast 100% mit der Realität überein. Zeigt mein Wattmeter 200W, dann bringe ich ziemlich genau 200W Leistung auf die Straße. Gleiches gilt für das Ergometer. Beim Laufen habe ich aber keine Möglichkeit der Kraftmessung und wenn, dann ist es ein irre Aufwand die Kräfte, Größe und Wirkungsgrad zu erfassen. Daran scheitert die ganze Geschichte. Ich denke dieses ganze Märchen, welches euch präsentiert wird hat eine Genauigkeit von vielleicht 30%; wenn überhaupt. Da macht es mehr Sinn, die Kilokalorien zu schätzen und dann über die Zeit auf eine mittlere Leistung zu kommen. Die tatsächlich persönliche umgesetzte Leistung, die ich auf dem Boden beim Laufen erbringe, kann höchstens im Labor mit einer riesigen Messapparatur ermittelt werden. Dies gilt aber nur unter diesen Bedingungen. Draußen auf der Straße, gelten ganz andere Bedingungen. Also liebe Läuferinnen – lasst euch nicht schon wieder verarschen!

4 Gedanken zu „Laufen und Watt – Messung

  1. Stephan Erdmann
    3 dayswww.laufenmitwatt.de
    Sehe ich anders, aber nun gut. Jeder Mensch hat ein anderes Gewicht und einen anderen Laufstil. Punkt. Die Person, die weniger “Verlustleistung” durch unsauberen Laufstil / Laufschuh erbringen muss, um eine Gewisse Strecke zu laufen, läuft ökonomischer.

    1. Hallo Stefan,
      Das ist richtig. Ökonomie ist nichts anderes als Wirkungsgrad, d.h., das Verhältnis von benötigter und umgesetzter Arbeit. Der momentane Wirkungsgrad kann durch die Ableitung nach der Zeit, also die Leistung beschrieben werden. Trotzdem ist die Bestimmung der Leistung beim Laufen sehr schwer und die angegebenen Werte in Watt absoluter Blödsinn. Beim Rad /Ergometer sind die gut erfassbar. Punk. Bitte etwas mehr Mittelschulmathematik und Physik studieren 😉 und nicht jeden Mist glauben, der propagiert wird. Anhand dieser Werte, die offenbar kaum einer richtig versteht und interpretieren kann, wird auch ein Hobbyathlet nicht besser oder effektiver trainieren können.

  2. Auch ein Wattmeter nimmt dir keine Trainingseinheit ab. Wie wärs mit diesem Fazit? Lustig find‘ ichs trotzdem. Interessante Ansätze und Ideen stecken hinter diesen Produkten. Einfach gesagt erreichen die aber erst eine Marktreife, wenn das Ergebnis dieser Geräte vergleichbar wird. Da bin ich wieder bei dir – beim Wattmeter beim Fahrrad ist es so. Du kannst den Wattmeter durch einen anderen ersetzen und erhaltest fast identische Zahlen *(Abzüglich Ungenauigkeiten bei der Messmethode. Von der erbrachten Leistung am Pedal wirkt übrigens auch nicht die ganze am Rad, über den Antrieb gehen auch ein paar Watt flöten… ;)). Sprich: Beim Laufwattmeter sind die Ergebnisse „nur“ Zahlen, eine Masseinheit mit Namen „Annäherung an Watt“ wäre wohl sinnvoller als „Watt“.

    1. Was du sagst ist korrekt. Die an der Kurbel des Rades gemessene Größe ist die Leistung, die der Sportler erbringt – nicht die in Bewegung umgesetzte Leistung. Selbstverständlich mit allen Messungenauigkeiten immer eine Näherung der Realität, aber keine Schlechte! Das ist aber entscheidend für eine Trainingssteuerung, denn egal welches Rad ich benutze, wieviel Verluste ich durch Reibung an der umgesetzten effektiven Leistung liegen lasse, messe ich das, was mein Körper gerade leistet! Diese Größe ist vergleichbar und genau darauf kommt es an.
      Danke für deine Anmerkungen 🙂

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