Likes versus Kreativität

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Im Zeitalter des Social Media Wahnsinns, stellt sich mir häufig die Frage was mir wichtiger ist. Tue ich meine Aktivitäten meiner Kreativität oder dem Zwang gefallen zu müssen unterwerfen. Und schon grüble ich darüber nach, wie Social Media funktioniert. Der primäre Motor für die meisten User ist zweifelsohne die Jagt nach Likes!

Manchmal, ganz selten, passiert etwas unerwartetes. Mir ist es noch nicht passiert. Du bist einfach nur kreativ und !BUM!, aus irgendwelchen Gründen gewinnst du im Social Media Lotto. Abertausende von Likes, scheinbar unendliche Aufmerksamkeit erheben dich zu den Promis. Das muss ein supergeiles Gefühl sein. Ich freue mich schon wie ein kleines Kind, wenn mir auf Instagram ein Model mit einem Bekanntheitsgrad von 31Tausend Follower einen positiven Kommentar zu meinem Beitrag schenkt. Klar, so hübsch und attraktiv wie die sind, haben sie Scharen an Bewunderer. Da schwebe ich ja vor Stolz, wow – sie hat mich gesehen!

Was mir auffällt ist, dass ich wenige Follower habe. Ganze 134 an der Zahl. Wenige von ihnen liken meine Beiträge regelmässig. Das freut mich, denn ich poste nicht um Likes zu bekommen, sondern weil ich einfach diesen Drang habe kreativ zu sein. Kreativität kann oft in medialem Selbstmord enden. Da ich nicht auf eine mediale Präsenz angewiesen bin, nehme ich diese Gefahr in Kauf. Ich bin auch nicht gerade großzügig mit meinen Abonnierten Usern – es sind derzeit nur 91, Tendenz fallend.

Lieber duschgeknallt sein, sage ich mir. Auch wenn die Wahrscheinlichkeit einen Medialen Treffer zu landen so gut wie null ist, probiere ich immer wieder Neues aus. Am meisten freut es mich, wie unterschiedlich die Personen sind, die meine Experimente liken. Und schon wird mein Selbstwert gestärkt. Ich möchte lieber von wenigen intensiv, als von vielen sehr oberflächlich geküsst werden. So wie Social Media verwendet wird, stillt es nicht die Bedürfnisse nach Anerkennung. Viele erkranken eher zu Netz-Nymphomanen. Es ist so wie beim Sex; viel, immer mehr, nie genug und die Lust wird einfach nicht befriedigt. Auch die wildesten Praktiken, die perversesten Exzesse bringe keinen Frieden. Das ist ein Zeichen fehlender Kreativität. Der Mensch erkrankt daran ernsthaft, denn er ist nicht dafür gewappnet auf guten, qualitativ hochwertigen Sex zu verzichten. Es geht um echte Liebe, um Vertrauen und die Fähigkeit tiefe Nähe zu erleben.

Nachtrag
ich schaffe es sogar nach einer Woche Follower auf Instagram zu verlieren. Zwischenzeitlich hatte ich 138, jetzt sind es nur noch 132.🙌👻👏

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