Mentoren sollen geehrt werden

Hast du dir schon mal überlegt welche Menschen dein Leben positiv beeinflusst haben? Wir begegnen tausenden von Menschen, wenige von ihnen prägen uns. Einige positiv andere negativ. Ich möchte hier nicht die Arschlöcher erwähnen, davon gibt es jede Menge in meinem Leben. Diese möchtegern Potenzprotzen, die ihre fehlende Adaptionsfähigkeit in der sozialen Realitätsbildung durch quälen anderer Mitmenschen kompensieren. Ich habe mir vorgenommen eine Liste jener wertvollen Menschen die mein Leben geprägt haben zu erstellen. Übrigens werte Leser, tut das auch. Das hilft in diesen Zeiten die tiefe Liebe zu entdecken. Ich meine nicht die Verliebtheit und die Geilheit. Ich meine die allesheilende, tiefgreifende Liebe.

Hier die Liste meiner Helden die mich in meiner Sturm und Drang Zeit geformt haben

Harald Binder: Realschullehrer der mir das Leben gerettet hat

Prof. Dr. Wolfgang Brauch: Physiker & Mathematiker der mir die Augen geöffnet hat

Prof. Dr. Med. Günter Hole: erster Chef der mir den Humanismus gezeigt hat

Prof. Dr. med. Dr. h.c. Manfred Wolfersdorf: zweiter Chef und Freund der mir Respekt eingeflößt hat

Prof. Dr. Harald C. Traue: Forschung Verhaltensmedizin und Verhaltenstherapie

Dr. Med. Klaus Coulin: Psychiater & Psychotherapeut der mir Supervison verständlich zeigte

Sicher gibt es noch viele weitere Namen. Diese hier fallen mir besonders ein – keine Frauen darunter zu finden… hmm gibt mir schon zu denken. All meine Helden, bis auf Harald Binder, sind hochdekorierte und titelträchtige Männer. Aus mir ist so gesehen nichts geworden. Macht nichts. Recht bald habe ich mich entschlossen keine wissenschaftliche Karriere einzuschlagen. Die Möglichkeit hätte ich gehabt, denn mein erster Job war in der Forschung. Harald Traue wollte mich dazu überzeugen mit nach Ulm zu gehen und mein Doktor zu machen. Ich war damals in der Biofeedbackforschung mit chronischen Schmerzen beschäftigt. Aber das war wohl nicht meine Berufung. Manfred Wolfersdorf hat mir bei meiner Kündigung prophezeit, dass es mir leid tun würde zu gehen. Ja, es hat mir leid getan. Es wäre für mich jedoch nicht anders möglich gewesen. Ich bin ein Macher, ein Praktiker, ein unruhiger Angeber und ein Reizsuchender ohne wenn und aber. Das schlimmste an mir ist meine unstillbare Neugierde nach allen möglichen und unmöglichen Dingen auf dieser Welt. Als Kind, Jugendlicher und junger Erwachsener war diese Eigenschaft eindeutig übertrieben hoch ausgeprägt. Ich konnte mich wie besessen in etwas neues hineinstürzen um bald darauf mich davon abzuwenden und neuen Abenteuern zuzuwenden. Ich musste alles auseinandernehmen um zu verstehen wie es zusammengebaut wurde. Das gleiche habe ich mit mir getan. Nicht selten habe ich danach Hilfe gebraucht, um mich wieder zusammen zu flicken.

Meine Helden waren aus einem ganz anderen Holz geschnitzt. Sie waren allesamt zielstrebig und auf ihre Berufung fokussiert. Sie hatten nicht im geringsten den Hans Dampf in allen Gassen Syndrom, der mich seit Anfang meiner Existenz befallen hat. Wahrscheinlich habe ich sie deswegen so bewundert. Ich hätte gerne diese Berufung in mir gespürt.

Günter Hole,
Günter Hole, wie gern hörte ich ihm zu

Seit jener Zeit ist viel Zeit vergangen. Mir bleiben viele Erinnerungen. Die Sehnsucht nach solider Integrität ist mir geblieben. Hätte ich andere Wege beschritten, wäre ich vielleicht jetzt auch Professor oder Gelehrter. Meiner Mutter hätte ich sicher ein Gefallen damit getan. Manchmal ist es aber gut sich dem eigenen Leben zu stellen. Ich habe nicht das Zeug dazu ein gelehrter zu sein. In meiner engsten Familie haben wir einen Gelehrten, der eigentlich gar keiner ist. Er hat sich dazu breitschlagen lassen und nährt sein Selbstwert im Dauerprozess der Realitätsverweigerung. Sein Leben scheint stabiler und rechtschaffener zu sein als meines. Ich habe so viel in den Sand gesetzt, so viel Staub aufgewirbelt, so intensiv nach der Liebe meines Lebens gesucht. Jetzt, viele Jahrzehnte später habe ich meinen Frieden gefunden. Danke an euch allen meinen Helden! Ich habe die Gewissheit, dass meine Suche mit all den verbundenen Schmerzen und enttäuschenden Erlebnissen nicht umsonst war. Meine Berufung war seit Anfang an, Sie zu finden – die Liebe meines Lebens. Das ist mir geglückt. Die Erkenntnis meiner eigentlichen Berufung kam sehr spät. Erstaunlicherweise sind es meine allerersten Kindheitserinnerungen: Ich will eine wunderschöne liebe Frau die mich auch genauso lieb hat. Das Suchen und das Warten haben sich für mich gelohnt. Wahrscheinlich ist es das Leben an sich. Wir gestalten es im Rahmen unserer Möglichkeiten innerhalb der Umwelt um uns. Ich glaube wir könnten es einfacher und weniger kompliziert haben. Aber das ist eine andere Geschichte.

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