Narzissmus im Sport, die Triebfeder für die Leistungserbringung

Narzisstisch strukturierte Menschen sind in der Regel Leistungsorientiert. Daher findet man im Leistungssport diese Persönlichkeiten sehr häufig an. Vorab, Narzissten sind wunderbare Menschen, wenn sie ihre Struktur erkannt haben und sie sich ihrer Stärken und Schwächen bewusst sind. Ist das nicht der Fall, dann leidet ihre Umwelt, sie weniger darunter.

Wie ticken Narzissten?

Ein narzisstisch orientierter Sportler gibt sich nach außen so, als sei er ein ganz besonderer Mensch. Er wertet sich durch anpreisen seiner Ergebnisse via Medien ständig auf, auch dann, wenn seine Ergebnisse nicht berauschend sind. Narzissten brauchen ständig Lob und Anerkennung. Durchschnittlichkeit ist ihm ein Gräuel, jede Kritik sieht er als Angriff auf seine Größe. Dieses Selbstbild erfordert ständige Bestätigung durch Vergleich. Deshalb ist es für einen Narzissten unerträglich, wenn ein Kollege mehr leistet, der Partner im Wettkampf besser ist oder wenn er in Gesellschaft einmal nicht im Mittelpunkt steht. Unter Belastung kann diese Kränkbarkeit zum totalen Zusammenbruch der Leistungsfähigkeit und zu starkem Fehlverhalten führen. Die Schuld am Versagen wird dabei gerne anderen Umständen oder Menschen in die Schuhe geschoben. Der Narzisst wertet gerne andere Menschen ab.

Erkennungsmerkmale

(1) hat ein grandioses Gefühl der eigenen Wichtigkeit (übertreibt z.B. die eigenen Leistungen und Talente; erwartet, ohne entsprechende Leistungen als überlegen anerkannt zu werden).

(2) ist stark eingenommen von Phantasien grenzenlosen Erfolgs, Macht, Glanz, Schönheit oder idealer Liebe.

(3) glaubt von sich, „besonders“ und einzigartig zu sein und nur von anderen besonderen oder angesehenen Personen (oder Institutionen) verstanden zu werden oder nur mit diesen verkehren zu können.

(4) verlangt nach übermäßiger Bewunderung.

(5) legt ein Anspruchsdenken an den Tag, d.h. übertriebene Erwartungen an eine besonders bevorzugte Behandlung oder automatisches Eingehen auf die

eigenen Erwartungen.

(6) ist häufig neidisch auf andere oder glaubt, andere seien neidisch auf ihn/sie.

(7) zeigt arrogante, überhebliche Verhaltensweisen oder Haltungen.

Warum sind sie so?

Die Antwort ist denkbar einfach. Es fehlt ihnen an Selbstwert. Daher müssen sie sich durch extreme Aufmerksamkeit in ihrem fehlenden Selbstwert aufwerten. Sie müssen schöner, stärker, besser, überlegener, auffallender, etc. als andere Menschen sein. Können diese Menschen ihr Selbstbild von Großartigkeit nicht mehr aufrechterhalten, fallen sie sehr tief. Das ist die Triebfeder für ihre Leistungserbringung, sich nicht mit dem fehlenden Selbstwert beschäftigen zu müssen. Etwas Narzissmus ist durchaus erforderlich und treibt uns an. Auch hier gilt, die Menge macht das Gift aus.

2 Gedanken zu „Narzissmus im Sport, die Triebfeder für die Leistungserbringung

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