Social Media sei Gedankt

Gestern hatten wir einen interessanten Besucher bei uns. Wir brauchen ein social media Konzept für unseren 261 Fearless Projekt und so suchten wir Rat bei einem Experten.

Was bei mir hängenblieb war unglaublich ernüchternd. „Du musst ganz was geiles bringen, denn es gibt schon alles. Du musst was bringen, wo der User stoppt und stehen bleibt, weil er sowas noch nicht gesehen hat“ hat er gesagt. Klar er hat noch viel mehr gesagt, aber genau dieser Satz ist bei mir hängen geblieben. Es geht also um Aufmerksamkeit. Um Aufmerksamkeit zu erregen, muss man sich von der Masse abheben. Ist das nicht die Natur des Menschen? Er braucht die Masse um sich zu definieren, um zu glänzen, um zu wirken. Trumpismus,würde ich sagen. Ich nehme mich da nicht aus der Verantwortung indem ich sage, nein ich doch nicht! Das gilt für uns alle. Social media zeigt uns die Wirkungsweise des Trumpismus direkt und gnadenlos. Mit 70 kann man sich wie ein 11-jähriges, verhaltensauffälliges Kind verhalten, ein auffälliges Leben führen und tatsächlich zum mächtigsten Mann der Welt gewählt werden. wie sagte unser Experte noch: „Du musst ganz was geiles bringen, denn es gibt schon alles. Du musst was bringen, wo der User stoppt und stehen bleibt, weil er sowas noch nicht gesehen hat“

Gibt es eine soziale Struktur nur deswegen, weil wir in ihr die Möglichkeit einer persönlichen Großartigkeit wittern? Ist der soziale Gewinn einer sozialen Gesellschaft für die Mehrheit nur ein Alibi für den „amerikanischen Traum Syndrom“: jeder kann vom Tellerwäscher zu Millionär mutieren? Machen wir uns was vor mit unseren gemeinsamen Werten? Der Trumpismus beweist mir, dass es offensichtlich so ist. Als John Lennon sein „Imagine“ trällerte, sang er von „all the people“. Sorry John, I think you w a dreamer.

Social media sei gedank, weil es mir hilft uns besser zu verstehen. Wir brauchen andauernd Lob und Anerkennung. Es ist wie ein Fluch, der über uns schwebt und uns antreibt. Gott sei Dank bin ich noch keine 70 und Gott sei Dank verhalte ich mich nicht mehr wie ein verhaltensauffälliges 11 jähriges Kind. Ich tat es aber auch als junger Erwachsener. Ich bin überzeugt, dass es nicht notwendig gewesen wäre. Ich hatte nicht das notwendige Wissen um mein Verhalten in Frage zu stellen. Das ist der Zugang. Das ist wie der Knaller in social media; wir sollten Bildung vermitteln, Wissen vermitteln gegen den Trumpismus! Hinterher nur schimpfen und empört sein hilft uns kaum weiter.

Am Schluss was sehr persönliches. Ich investiere sehr viel Zeit und Kraft uns Menschen zu verstehen. In erster Linie egoistischerweise meinetwegen. Mit jedem Schritt, meinen eigenen Trumpismus zu überwinden, entdecke ich die Schönheit in uns. Ich betrachte meine Welt, was war und was ist. Oft spüre ich Schönheit. Wisst ihr, was mir an schwersten fällt? Wenn mir jemand sagt oder zeigt, der mir sehr nahe steht, das ICH geliebt werde. Damit kann ich sehr schlecht umgehen. Es ist mir peinlich. Wenn aber jemand meine Arbeit, meine Bilder, meine Werke, meine Fähigkeiten lobt bereitet mir das keinerlei Schwierigkeiten. Was ich daraus gelernt habe ist sehr einfach zu erklären. Es auszuhalten als ganz normaler Mensch geliebt zu werden.

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