Was wir lieben

„Ich tue was ich kann.“ Diesen Satz habe ich früher oft gehört. Vorhin, als ich meine Frau beim Laufen mir dem Rad begleitet habe, stellte ich mir genau diese Frage. Was tut sie, was tue ich. Tun wir das was wir können?

Mir scheint unser Bewusstsein nimmt die Umgebung zunehmend polarisierender war. Die Extreme sind kontrastreicher und somit deutlich spürbarer geworden. Wenigere Superreiche, mehr super Arme. Mehr psychisch Kranke, weniger Gesunde. Mehr stark Übergewichtige, mehr stark Essgestörte. Ich bin sehr vorsichtig, wenn es um solche Aussagen geht. Für mich stellt sich dabei immer die Frage, ob es tatsächlich eine Veränderung gibt, oder ob sich unsere Aufmerksamkeit auf eine bestimmte Problematik festgebissen hat oder gezielt medial gelenkt wurde. Damit meine ich, dass es vielleicht immer so war, wir es aber früher nicht bemerkt haben, weil wir uns auf andere Probleme oder Themengebiete konzentriert haben. Manchmal vermute ich sogar eine Art Modeerscheinung im Denken zu erkennen. Vielleicht ist es sogar ein kollektiver Meinungstrend, der uns in Massenbewegungen steuert. wir sind daher kollektiv steuerbar, das stört mich, nein es wurmt mich gewaltig. Ich will das nicht. Ich will ein Freigeist und individueller Schöngeist bleiben. Ich hasse das kollektive „wir sind am Arsch“ Gefühl. Genauso hasse ich das „wir sind eine große Familie“ Gefühl. Ich kann nicht lange an einem Tisch mit anderen Menschen gemeinsam sitzen bleiben und mich im sozialen „wir“ Gefühl suhlen. Es langweilt mich, gibt mir keinerlei Geborgenheit oder Befriedigung. Es beengt mich, macht mich wütend und krank. Das sinnlose Geschwafel, die Floskeln, die alten Geschichten, die neuen Geschichten… so öde! Geburtstagsfeier, Stammtisch, Essensritual, Kaffeekränzchen, etc. – GRAUENHAFT

Ich tue was ich liebe. Ich begleite meine Frau beim Laufen, liebe es ihr dabei zuzuschauen, meinen Gedanken Freiraum zu schenken. Bewegung ist Motio, Bewegung nach Außen ist E-motional. Je mehr ich mir was schenke, desto mehr kann ich verschenken. Das ist meine Art sozial zu sein. Ich tue was ich kann.

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