Wenn die Leidenschaft stirbt

In einer derart bewegten Welt, ist es wahrlich schwer etwas zu bewegen. Viele von uns geben auf – etwas für sich und erst recht etwas für andere zu erreichen. Mitten in meiner selbstverordneten Lethargie, krümme ich mich vor Schmerz zusammen, denn die kindliche Erinnerung trifft mich hart. Was ist aus dir geworden, was hast du mit all deinen Träumen angestellt, wo ist diese unbändige Energie geblieben und was ist mit deiner Neugierde passiert. Die Realität deiner Stimmungslage ist bedenklich. Es scheint so, als ob die Gravitation in letzter Zeit um das mehrfache gestiegen ist und all dein Wesen so schwer beeinflusst. Trägheit, Müdigkeit, Lustlosigkeit und Verzweiflung drücken dich mit einer unerträglichen Gewalt in die Hilflosigkeit hinein. Du willst schreien, was bewirken, was gutes tun aber du schaffst es nicht. Und doch rappelst du dich Tag für Tag auf, irgendwie durchhalten, weitermachen und hoffen, dass endlich diese Zeit vorüber geht. Vielleicht wartest du auf die Erlösung und hoffst bald dein Leben beenden zu können. Wenn du deine Kindheitsträume nicht mehr verfolgen kannst, hast du im Leben versagt.

Ich versuche nach Lösungen zu suchen, mich zu motivieren und wieder Kraft zu finden. Weder Facebook noch Instagram oder gar Twitter bauen mich auf. Die Nachrichten sind Gift für meine angeschlagene Seele. Die ganzen Menschen, die ich im Laufe meines Lebens zu mehr Mut und Aktivität aufgefordert habe, haben mich größtenteils enttäuscht. Ich habe keine Energie mehr sie zu überzeugen, ihnen ein Vorbild zu sein. Die Fluten an Informationen in dieser verrückten Zeit überfordern mich komplett. Ich fühle mich wie in einem Dampfkochtopf gefangen, voller Druck und Ausweglosigkeit. Wie soll ich mich hiervon befreien? Es brodelt bereits, es ist eng und meine Schreie ersticken im Inneren. Lösungen, ich brauche Lösungen! Es bleibt mir nichts anderes übrig als zu träumen. Ich werde zum Zauberer. Ich zaubere mich in eine andere Welt, in meine eigene Welt zurück. Ich werde wieder Musik hören, vielleicht sogar wieder zu meiner Gitarre greifen. Ich werde wieder meine Fotos machen, meine Frau und Kinder drücken und versuchen mehr zu weinen – nicht nur um zu trauern, sondern auch aus Freude. Irgendwann werde ich wieder freudig lachen können. In einer derart bewegten Welt ist es wahrlich schwer etwas zu bewegen. Da ist es wohl klüger an die eigenen Kindheitsträume zu glauben.

 

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