Wenn wir verdrängen

Fast jeder kennt das. Eine schlimme Nachricht, böse Diagnose eines engen Familienmitglieds. Angst, Betroffenheit, Sorge und viel Kummer. Irgendwann dann vielleicht Mitgefühl.

wir können kaum für alle Lieben ewig leiden
wir können kaum für alle Lieben ewig leiden

Ich weiss nicht, wem es hilft und doch scheint es uns Menschen eigen zu sein. Mitgefühl. Wir bieten unsere Unterstützung und Hilfe an. Solidarität. Doch irgendwann, können wir nicht mehr viel beitragen. Betroffene müssen für sich bewältigen dürfen, wir helfen nicht mehr. Uns bleibt eine gute Möglichkeit – das Verdrängen. Verdrängen ist nicht immer schlecht. Verdrängen ist eine sinnvolle Fähigkeit, die uns hilft unser Leben zu bewältigen. Manchmal ist es sehr wichtig zu Verdrängen um wieder mit Freude und Spaß das Leben zu genießen. Wir helfen kaum, wenn wir bedingungslos mitleiden – irgendwann ist genug. Wenn jemand krank wird, traurig ist oder Kummer hat, dürfen wir nicht, weil wir lieben, uns selbst vernachlässigen. Es macht kein Sinn so zu handeln – und doch tun wir es.

Ich verdränge das nicht, diese unangenehmen Gedanken. Was würde ich tun, wenn es mich böse erwischt? Ich würde es wollen, dass meine Liebsten ihr Leben weiterleben und Spaß, Freude und Lebenslust haben. Was würde ich tun, wenn es meine Liebsten erwischt? Oh, Gott – daran mag ich gar nicht denken. Es wäre weitaus schwerer für mich, damit umzugehen. Ich müsste lernen zu verdrängen. Genauso wie wir verdrängen lernen müssen, dass andere unendlich glücklich sind.

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