Der Mensch braucht erfüllende Projekte

Es ist nicht genug zu wissen, man muss es auch anwenden. Es ist nicht genug zu wollen, man muss es auch tun.
Johann Wolfgang von Goethe

Leichter gesagt als getan – mein Lieber

Prolog
Wie einfach es ist Kritik auszuüben, Weisheiten von sich zu geben und vor Allem Forderungen auszusprechen.

Was für eine verrückte Zeit wir gerade durchleben. Es scheint so, als ob die Medien nur noch dafür da sind, uns die perfide Realität weniger Persönlichkeiten näher zu bringen. Ich kritisiere die Medien. Informationen über positive Ereignisse werden nur dann weitergegeben, wenn diese reißerisch sind. Es muss großartig, einzigartig, außergewöhnlich, überragend und phänomenal sein. Informationen über negative Nachrichten sind viel beliebter, viel häufiger und viel interessanter. Aber nicht solche, die wirklich von großem Interesse für eine Meinungsbildung wären, sondern nur solche, die den widerlichen Aspekt den Sensationstrieb der Konsumenten befriedigt. Wen interessiert schon, wie viele Menschen tagtäglich leiden, an Hunger und an Durst sterben. Wen interessiert schon, was gerade jetzt in diesem Moment viele leidende Kriegsopfer durchmachen. Medien wissen das, sie meiden diese Selbstverständlichkeit des menschlichen Daseins. Es ist normal, dass es ist, wie es ist. Es ist normal, dass Millionen Kinder geschlagen werden, verdursten und verhungern. Es ist normal, dass Armut und Elend in vielen Ländern zunehmen, dass nach wie vor Frauen verstümmelt werden. Es ist normal, dass der Mensch so ist, wie er ist – oft gemein, ungerecht, gewalttätig und unmenschlich zu seinen Mitmenschen. Die Medien wollen medial punkten. Daher nutzen sie die Gelegenheit nur solche Nachrichten zu verbreiten, die diese unterste Schublade anregen – Sensationsgeilheit. Eine widerliche Schublade.

Ich gebe den Medien keine Schuld. Die können nicht anders, weil sie beschränkt sind. Ihre Überheblichkeit und ihr Anspruch, sich als unabhängige Berichterstatter, die der Öffentlichkeit verpflichtet sind, ist einfach nur armselig. Sie fühlen sich als was Besseres, als Heros der Gerechtigkeit. Investigativ, also aufdeckend von üblen Machenschaften, wollen sie sich geben. Es sind eher selbstzentrierte, machtgeile Idioten, die wiederum solche MitarbeiterInnen anziehen, die nur so von Komplexen und psychischen Defiziten strotzen. Sie passen zur Medienlandschaft. Auch ihnen gebe ich keine Schuld. Ich kritisieren sie, ich verabscheue sie, aber die Schuldfrage bringt uns allesamt nicht weiter.

Ich bin überzeugt, dass wir genau wissen was wir tun und wie wir unser Wissen anwenden. Das, was wir uns vormachen und überschätzen, ist der Nutzen unserer Tätigkeit. Ich glaube wir verstehen zu wenig, was uns antreibt Dinge zu tun, d.h., warum wir es tun. Da kommt der psychologische Aspekt zutage. Es ist ein Irrtum, dass nur Psychologinnen und Psychologen darüber Bescheid wissen. Jede und jeder sollte es wissen. Allzu oft tun wir Dinge, um persönliche Defizite zu kompensieren, nicht um erfüllende Aufgaben zu gestalten. Wir tun, um etwas zu erreichen, zu bezwecken, um Aufmerksamkeit zu erzeugen; nicht aus innerster Überzeugung. Genau das ist es, was uns ins Verderben bringt. Wir brauchen viel mehr solche erfüllenden Projekte und Aufgabenstellungen. Wenn also etwas oder jemand daran schuld ist, dass wir täglich die Augen vor der Realität schließen, dann unsere Einstellung zu uns selbst. Wir verfolgen die Medien, sind Sensationssüchtig, vergessen die wirklich Armen dieser Welt, geilen uns an schwachsinnigen Werten auf, sind machtgierig und narzisstisch. Eigentlich eine ziemlich feige Spezies, die ständig, getrieben durch eigene Unzulänglichkeiten, das eigene Leben von der Schönheit und der Erfüllung fernhält. Der Mensch braucht erfüllende Projekte. Diese meidet er wie der Teufel das Weihwasser, macht dafür viele Kompromisse. Wer hat den Mut sich gegen den Trend zu stellen, sich zu emanzipieren und zu gestalten. Ich zähle auf die Jugend.

Epilog
Wie schwer ist es all das zu realisieren. Das erlebe ich bei mir jeden Tag. Manchmal wünsche ich mir wieder in der Alltagsmühle zu versinken, ein Tagesablauf wie die meisten von uns zu haben – Arbeiten, Aufgabe erledigen, Pflichten erfüllen und ja nicht darüber nachdenken zu müssen, was mich erfüllt. Es ist bequem nicht die Verantwortung für das eigene Tun zu haben. Dabei vergisst man oft, dass man für alles was mit einem passiert verantwortlich ist.

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