Die Fotografen-Verantwortung

Ejona, Bleona & Shpresa

Als Fotograf unterwegs zu sein ist für mich ein Traumjob. Gerade kommen wir aus Albanien zurück. Meine Aufgabe ist vor allem Frauen zu fotografieren. Ja, ich liebe es Frauen zu fotografieren. Manchmal aber erwischt man Posen, die nicht gerade ohne ausdrückliche Genehmigung veröffentlicht werden sollten. Im Sport ist es erst recht so. Sport ist meistens sexy und ich denke es darf auch so sein. Aber gerade deswegen, sollte ein Sportfotograf extrem feinfühlig sein. Der feine Unterschied zwischen sexy und sexistisch ist sicher nicht immer ganz leicht zu unterscheiden.

Also passe ich auf, denn ich bin Teil eines Unternehmens, dass sich für die Stärkung der Frauen durch Sport definiert. Als Vorstandsmitglied sollte ich nicht in den Verruf kommen meine Fotokünste für sexistische Zwecke zu missbrauchen. Ich denke ich habe schon sehr viele Bilder gelöscht, auch solche die wirklich äußerst ansprechend waren.
In Tirana waren unter unseren Frauen junge Leistungssportlerinnen. Eine davon, die amtierende albanische Meisterin über 400 und 800m. Ich war von ihnen begeistert, weil sie so natürlich und bescheiden geblieben sind. Ganz normale junge Frauen, die nicht wie einige Damen bei uns durch den Leistungssport entweder Ess- und Verhaltensgestört oder mega Eingebildet und hysterisch sind. Sie erzählten, dass sie keine Tartanbahn zum trainieren haben, manchmal knöcheltief im Staion ihre runden drehen und täglich mit dem Fahrrad zum Training fahren. Ich entwickelte sofort eine väterliche Zuneigung zu ihnen. Ich glaube sie fühlten sich ganz wohl unter uns, obwohl unsere Damen alles andere als Supersportlerinnen sind. Am letzten Tag kamen sie zu mir mit der Bitte um coole Fotos. Natürlich mache ich das gerne. Mein Gott sind sie hübsch und attraktiv.

Power pur Shpresa, Ejona und Bleona

Junge Sprint- und Mittelstreckenläuferinnen haben nun mal Traumkörper, vorallem dann, wenn sie so natürlich bleiben. Das gilt auch für andere Profi-Läuferinnen aber nur dann, wenn sie nicht so werden, wie einige Megadünne die ich kenne. Natürlich ist eine  Langstreckenläuferin ab 5000m nicht so muskulös und wohlproportioniert, aber muss es gleich anorektisch werden?

Aber zurück zu den Albanerinnen. Ich habe sie geshootet und wir hatten viel Spaß miteinander. Ich habe ihnen viel von uns erzählt, wie wir hier leben, welche Möglichkeiten Sportlerinnen bei uns haben, wie es war als ich noch Trainer von jungen Triathletinnen und Läuferinnen war. Ich finde als Fotograf hat man auch eine Verantwortung, denn Menschen erwarten schöne, ehrliche Bilder von uns. Natürlich wollen junge Frauen, die stolz auf ihre Körper sind, auch sexy abgebildet werden. Sie sollten sich beim Shooten sicher und wohl fühlen und wir Fotografen sollten uns glücklich schätzen sie fotografieren zu dürfen. Liebe Mädels  – es war mir eine Ehre! Alles Liebe und Gute für Eure Zukunft. Bitte bleibt so herzerfrischend und natürlich und passt auf Euch auf.

Die Meisterin Shpresa, eine wahre Augenweide

Dieser Post ist auch verfügbar auf: Spanisch

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