Die Ode an das neue Jahr

Gibt es auch als Podcast

Was heißt Ode eigentlich? Es ist die Bezeichnung für ein Lied oder ein Liedtext. Ja, das gefällt mir, denn das neue Jahr soll besser als das jetzige werden. Vielleicht sollten wir es daher mit einem Lied willkommen heißen, um es von Anfang an gutzustimmen, also zu beschwichtigen sozusagen, quasi.

Neujahrswünsche kennen wir alle. Wir wünschen uns gegenseitig Glück, Gesundheit, Geld und vieles mehr – manchmal auch weniger. Wir nehmen uns auch gute Vorsätze vor, die wir weniger oder mehr auch umsetzten. Ein Neuanfang, bei dem alles besser werden soll. Da steckt viel Hoffnung, manchmal sogar Zuversicht dahinter. Wir alle wissen aber auch, dass die Realität in der Umsetzung all dieser Vorsätze und Wünsche sehr zu wünschen übriglässt. Wenn wir die Realität des vergangenen Jahrs gewissenhaft bilanzieren würden, dann würden wir vielleicht realistischer in die Zukunft blicken. Weniger ist mehr, kann uns helfen machbare Vorsätze für das kommende Jahr festzulegen.

Ich habe da einige gute Ideen, was ich mir so wünsche. Besser und mehr schlafen, jedes Wochenende schönes Wetter, im nächsten Jahre 10 Jahre jünger werden, endlich wieder die 800 Höhenmeter pro Stunde am Berg locker schaffen, keine Beschwerden beim Sport haben, im Lotto gewinnen, mein Bauch loswerden, ständige gute Laune, Energie ohne Ende, bessere Nerven für nervige Nachbarn, bessere Nerven insgesamt, mehr Zeit für lesen, keine Brillen mehr benötigen, mehr Zeit für Freunde und Familie und wieder ganz gesund zu werden. Alles keine übertrieben Wünsche.

Daher würde ich euch allen raten, genauso wie ich, ebenfalls machbare Vorsätze für das kommende Jahr zu definieren. Ansonsten kann es sein, dass ihr frustriert durch das Jahr euren Vorsätzen hinterher hechelt und das wäre wirklich schade.

Aber wisst ihr was? Das wichtigste ist, dass es besser wird, mit oder ohne Vorsätze. Daher möchte ich mit einem Liedtext aus meiner Kindheit meine Wünsche an euch allen teilen. Es ist ein chilenisches Kinderlied:

 

Caballito blanco

Llévame de aquí

Llévame a mi pueblo

Donde yo nací

 

Weißes Pferd

Bring mich weg

Bring mich in mein Dorf

Wo ich geboren wurde

 

Dieses Kinderlied ist so doppeldeutig wie das Leben selbst. Es hat einen äußerst tragischen Hintergrund und ist gleichzeitig wunderschön. Mehr möchte ich hier nicht verraten. Bei mir löst das Lied eine Sehnsucht nach Schutz und Geborgenheit samt der Sorglosigkeit einer unbekümmerten Kindheit in meiner Urheimat. Gewiss, das mag nach Träumerei klingen und entsprach nicht der Realität. Es geht mehr um das Urvertrauen im Leben und der Sinngebung, dass alles was passiert einen Sinn macht und dass, obwohl es teilweise so ungerecht und grausam erscheinen mag. Ich glaube, es erinnert mich an Hoffnung. In diesem Sinne, wünsche ich Allen Hoffnung.

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