Die Zeit nach der Krise kommt die wahre Krise

Die ruhigen Zeiten sind vorbei

Die Erwartungen nach der Corona Krise sind sehr hochgesetzt. Nach dem Motto, jetzt erst recht versucht die Wirtschaft wieder durchzustarten. Mut machende Publikationen sprießen im Netz, sie prophezeien bessere Zeiten. Alles schön und gut, nur – ich glaube nicht daran.

Ich könnte mit der Tatsache beginnen, dass wir Menschen so nicht ticken. Dazu gibt es genügend Forschung und Knowhow. Neurophysiologisch reagieren wir eher auf eine negative Weise nach großen Krisen, wenn das Leben wieder in die Normalität kommt. Diese Tatsache bringt entsprechend große psychologischer Konsequenzen mit sich. In der Krise sind gehen Suizide im gleichen Zeitraum um ca. 50% zurück. Auch entsteht eine soziale Solidarität, die es uns ermöglicht auf viele Selbstverständlichkeiten zu verzichten. Das war in den letzten Monaten leicht zu beobachten. Mit der Zeit aber, wurde diese Toleranz immer weniger und die kritischen Stimmen wuchsen spürbar. Die wiederkehrende Belastung des Alltags überfordert uns. Das äußert sich vor allem im Verhalten der Menschen.

Ich möchte die zusätzliche entstanden Belastungen, wie mögliche Arbeitslosigkeit, Einkommensminderung und sonstige Verzichte, nicht näher beleuchten. Mir geht es mehr um den Übergang der Passivität zur aktiven Lebensführung. Es ist eine Neuorientierung in die alte Lebensführung. Das ist nicht so einfach zu verkraften. Nach einem Krieg mit einer Zerstörung von vorhandener Infrastruktur, ist ein Neubeginn wesentlich einfacher zu bewältigen, als wir es nach Corona tun müssen. Wir haben unsere Autos, unsere Wohnungen und Häuser und die meisten von uns noch unseren Job. Das klingt beruhigend, ist es aber nicht. Wir erleben diese Übergangszeit als äußerst stressbehaftet.  Experten erwarten einen hohen Anstieg an Aggression, nicht nur gegen andere Menschen und Organisationen, sondern auch an autoaggressives Verhalten. Ich denke es ist enorm wichtig diese Entwicklung zu kennen, sich damit auseinandersetzten und sich selbst und andere zu beobachten. Ich finde es ist bereits deutlich spürbar auf unseren Straßen beim Autofahren oder als Fußgänger. Ich wurde auf den Straßen selten so häufig beschimpft, bedrängt und angefeindet, wie zurzeit. Die Zahl der Raser die mit mehr als 200 km/h erwischt worden sind ist gewaltig gestiegen. Die Einsicht, dass sie eine Gesetzesüberschreitung begangen haben, ist dafür gesunken. Die Zeitungsberichte über solche Vorfälle sind bemerkenswert.

Eine andere Art auf Postkrisen zu reagieren ist mit depressivem Verhalten. Erschöpfung und Antriebslosigkeit machen sich bemerkbar und es kommt zu einem Rückzugsverhalten. Das betrifft vor allem Menschen, die nicht so selbstzentriert, sondern eher bescheiden sind. Ich vermute das viele Frauen eher in diese Kategorie zu finden sein werden. Es fehlt ihnen die Sinngebung und vielleicht sogar die Notwendigkeit neue Kräfte für ein Neuanfang und Neuaufbau zu mobilisieren.

Haben wir die Krise genutzt? Ich denke zu wenig. Insgesamt ist uns im Schnitt zu wenig passiert. Die harte Zeit kommt jetzt. Bedauerlich, dass wir so wenig aus dieser Situation gemacht haben. An Krisen soll und kann man wachsen. Das einzige was wirklich spürbar gewachsen ist, ist die Egomanie der einzelnen Individuen. Zeitgeist, würde ich sagen. Aber es ist schon nachvollziehbar – erstmal ich, dann wieder ich und wenn ich gerade gut drauf bin, dann vielleicht ein Bisschen du. Wir waren ja lang genug lieb zueinander, oder? Ach ja, die Psychopaten, die aus der Krise noch Kapital schlagen wollen, werden auch jetzt vermehrt zuschlagen. Aber die gab es ja auch vorher schon.

Was tun?
Am besten sich schützen, sich nicht in die allgemeine negative Spirale hineinziehen lassen und vor allem, sich viel bewegen. Aber nicht mit dem Auto oder Flieger, sondern zu Fuß oder mit dem Rad. Bewegung baut Stress ab. Das kostet gerade jetzt sehr viel Überwindung, die sich aber auszahlt. Mein ganz persönlicher Tipp: ärgere dich nicht, wenn du blöd angemacht wirst. Versuche diese Angriffe zu ignorieren. Menschen werden versuchen vermehrt Konfliktsituationen zu provozieren, weil sie ihre Probleme nach Außen verlagern wollen. Es wird einen schwere Zeit für uns alle, davon bin ich überzeugt.

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