Farbechtheit am Arbeitsplatz – wozu?

Ich bin kein Grafiker, ich bin Fotograf. Da ich viel unterwegs bin, arbeite ich viel am Macbook und manchmal muss ich Bilder für Drucke schnell anfertigen. Daher war meine erste Forderung, dass die Bilder am Macbook genauso dargestellt werden wie zuhause am iMac. Da beide Systeme von Apple sind, habe ich gedacht das die Farbecht und somit sehr echte Farben wiedergeben. Was auf jeden Fall stimmt, ist das Macbook und iMac die Farben von Bildern annähernd gleich abbilden. Was nicht stimmt ist die Farbechtheit. Die Monitore sind tatsächlich viel zu blaustichig, d.h., alle Bilder die du mit Photoshop oder mit sonstigen Programmen entwickelst sehen am Monitor viel kälter aus als der Ausdruck auf Foto- oder Druckpapier. Das ist wirklich eine KATASTROPHE!!! und megaärgerlich. Für Grafiker ist es sicher die Hölle, aber die lernen es eher, dass Monitore kalibriert werden sollten. Die Grafiker sind so pingelig, dass sie sogar speziell Farbkorrekturen je nach Farbraum und Papier, Druckverfahren, etc. machen. Die Fotografen sind da oft schlampiger. Durch die vielen Filter und sonstigen künstlerischen Ausschweifungen ist das Ergebnis eh nicht Farbgetreu. Daher fällt es oft nicht so auf, wie wahnsinnig daneben die Farben am Monitor liegen. Ich kalibriere trotzdem meine Monitore monatlich. Wenn ich ein Bild im Fotolabor entwickeln lasse, will ich vorher wissen wie es aussehen wird.

Ein andere Faktor der total vergessen wird ist die Bildhelligkeit. Heutige Monitore sind extrem Leuchtstark und Menschen mögen es hell. Wenn ich also z.B. in Photoshop meine Bilder entwickle und den Monitor extrem hell eingestellt habe, dann werde ich die Bilder zu dunkel entwickeln. Im Druck ist dann alles dunkel und lichtarm. Auch hier ist es wichtig die Monitore richtig einzustellen. Helligkeiten zwischen 120 und 160 Candela pro Quadratmeter sind ideal und geben eine realitätsnahe Abbildung wieder. Heutige Monitore schaffen locker 300-400 cd/qm. Um Videos und Internet zu bespielen ist das vielleicht ganz lustig, für Foto- und Videobearbeitung ist das viel zu hell. Ganz am Rande, es gibt einige Studien, die auf das energiereiche Licht der Bildschirme un Handys wettern. Gerade das energiereiche blaue Licht ist für die Gesundheit bedenklich, da es verhindert ausreichend Melatonin zu produzieren. Die Folgen sind Schlaflosigkeit, Schlafstörungen und Erschöpfung.

Fazit
Bildschirme gehören kalibriert. Farbe und Leuchtstärke  können recht gut eingestellt werden. Das einfachste ist mit entsprechender Hilfestellung. Ich verwende  das i1Display Pro von x-rite (kostet ca. 200€). Das geht sehr einfach und schnell, denn innerhalb von 5 Minuten ist alles erledigt. Wie gesagt, da Monitore älter werden und sich verändern, sollte man das von Zeit zu Zeit machen. Farbechtheit ist heutzutage nicht mehr so gefragt, da Internet sich kaum etwas daraus macht. Mir ist es schon ziemlich wichtig. Man muss es ja nicht so akribisch betreiben wie es die Grafiker tun müssen, aber etwas mehr Professionalität im Fotogewerbe wäre schon schön.

Zum Schluss schlage ich noch ein Test vor. Macht ein Bild, lasst es bei einem guten Fotolabor entwickeln und vergleicht das Foto mit dem Bild am Monitor. Ich mache das ab und zu und freue mich weil es immer ganz gut passt.

Dieser Post ist auch verfügbar auf: Spanisch

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