LauftrainerInnen im Visier

Luaftechnik für Mittel- und Langstrecken. Supination -> Mittelfuß -> Pronation / So soll es sein; gesund, effektiv, ökonomisch, alles was die Biomechanik gut erklären kann.

Ein ehemaliger Laufschüler von mir “danke dir : 🙂 war echt schön dich mal wieder zu sehen in ferlach. bin dir immer noch auf ewig zu dank für meinen mittelfußlauf verpflichtet”

Ich wollte es vermeiden mich in der Szene wieder blicken zu lassen. Meine Zeiten als Lauftrainer für AthletInnen im Leistungssport sind endgültig vorbei. Ab und dann höre ich von meiner Traumfrau, Alias Running Zuschi, die aktiven jungen Sportler betreut, was da so alles passiert. Sie ist eine sehr gute ausgebildete Lauftrainerin. Da drückt sie mir eine Beschreibung von einen Laufworkshop für Lauftechnik von einer Trainerin rein. Die muss mal ganz gut den Ironman bewältigt haben und anscheinend Sportwissenschaften studiert haben. Nun, es ist kein Geheimnis, dass ich von Triathleten, was das Laufen anbelangt, nicht sonderlich viel halte. Gleiches gilt für Sportwissenschaftler, die reden sehr viel Mist. Das gilt freilich nicht für alle, aber die Häufigkeit ist hochsignifikant. Das sei hier gesagt. Running Zuschi stänkert nicht so wie ich. Wahrscheinlich denkt sie sich was, mehr aber nicht. Aber zurück zur Beschreibung. Die Arme als zentralen Aspekt beim Laufen zu stellen, ist ein alter Hut. Taktgeber, Triangel, Mittelpunkt, etc. Es gibt unzählige Idioten, die nach wie vor nicht verstanden haben, welche Funktion die Arme beim Laufen haben; nämlich eine untergeordnete. Das letzte worauf ein Lauftrainer achten sollte, sind die Arme. Es gibt eine große Ausnahme und das sind ausgerechnet… die Triathleten der Langdistanz. Sie watscheln überwiegend und bewegen die Arme wie lahme Enten vor sich her. Jetzt könnte man denken, dass man ihnen das sofort abgewöhnen müsse. Irrtum, das muss man nicht. Man muss ihnen lediglich das Laufen beibringen. Und hier ist fundiertes Wissen und ausreichend Erfahrung gefragt.

 

Lass die Arme einer Läuferin oder eines Läufer in Ruhe, die wissen es besser als du was sie tun sollen. Ausnahme -> Triathleten der Langdistanz

Sportpsychologie, Bewegungsanalyse mit biomechanischer Ausbildung, ausreichend anatomisches Wissen und jetzt kommt’s: Physik! Die Grundlagen der Statik und der Dynamik gelten auch für Sportler, ja sogar für Triathleten. Daran hapert es gewaltig bei den LauftrainerInnen. Das hat alles nichts mit dem Schreiben von Trainingsplänen zu tun, mit Vo2max oder Laktat. Daran hapert es zwar auch gewaltig, denn da ist ein tiefes fundiertes Biochemieverständnis gefragt. Dazu kommt noch spezifisches Wissen rund um das Kapitel der Trainingslehre. Auch das wird unterschätzt. Allein das Kapitel Ausdauer wird von vielen Kolleginnen nicht annähernd richtig erfasst. Aber ich schweife vom Thema ab. Zurück zur Lauftechnik. Liebe TrainerInnen. Laufen tut jede und jeder mit den Beinen und den Po (Gluteus Maximus), nicht mit den Armen. Die Arme können als Taktgeber eingesetzt werden, müssen aber nicht. Am wichtigsten beim Laufen ist eine gute Entkoppelung von Oberkörper und Beine. Dazu ist das Hüftgelenk von großer Bedeutung. Das kann nur funktionieren, wenn eine gute Rumpfstabilität vorhanden ist… und Achtung, jetzt kommt’s, die Arme unterstützen die Rumpfstabilität zu gewährleisten, indem sie Ausgleichsbewegungen vollführen. Hier handelt es sich um dynamische Arbeit in Form von positiver und negativer Beschleunigung. Damit gleicht man die Kräfte aus, die durch die Beinarbeit den Rumpf beeinträchtigen und instabil machen. Also bitte logisch DENKEN, Physik anwenden und kein Schwachsinn mehr von sich geben. Die Arme sind dafür da, den Oberkörper möglichst zu stabilisieren, ruhig und energiefreundlich der asymmetrischen Krafteinwirkung von Beinen und Po entgegenzuwirken. Die Hüfte sorgt für die notwendige Entkopplung (Freiheitsgrad). Um es ganz verständlich für Nichtexperten auszudrücken: Die Arme mitsamt Rump und Kopf sind eine zusätzliche Masse, die beim Laufen stört und viel Energie kostet. Es bedeutet a) zusätzliches Gewicht (Masse) und b) die noch bewegt und stabilisiert werden muss. Was ist also die logische Folgerung? RICHTIG!!! am besten ist es, wenn man es schafft so wenig wie nur irgendwie möglich Energie für Kopf, Rumpf und Arme während dem Laufen zu verbraten. Das hat sehr viel mit weiteren Faktoren zu tun. Außer der berühmten Hüft- und Rumpfstabilität, spielt auch der sog. dynamische Schwerpunkt eine wichtige Rolle. Aber ich möchte euch nicht damit noch mehr überfordern. Die entwickelte Power, also die Schrittlänge und die Schrittfrequenz bestimmen die Laufpace. Die kommt von Beinen und Po. Das versteht jedes Kind, oder? Also liebe Möchtegernlaufexperten, hört auf so ein Blödsinn zu verzapfen und wenn ihr fragen habt, fragt oder bildet euch weiter. Es ist eure Pflicht und Verantwortung – auch wenn ihr glaubt die Weisheit mit Löffeln gefressen zu haben, sage ich euch, das habt weder ihr noch ich nicht. Trotzdem muss ein Trainer oder eine Trainerin sich ständig hinterfragen und weiterbilden. Das vermisse ich bei euch, denn das was ihr da von euch gibt, ist einfach nicht richtig.

Wer mir nicht glauben will, soll mal sich genau Geoffrey anschauen, ein 2:08 Marathonläufer, der aufgrund von Verletzungen seine Technik optimieren musste.

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