Warum einfach, wenn es schwerer geht

Gerade sichte ich alte Unterlagen. Die meisten werden im Müll landen. Das kann ein Fehler sein, denn man weiß nie wozu man die alten Aufzeichnungen brauchen wird. So erging es mir vor Kurzem. Eine Behörde wollte irgendwelche Originale einer ehemaligen GbR von mir, die ich vor einer Ewigkeit mal gegründet hatte. Habe ich alles weggeschmissen – musste ich berichten. Die GbR war auch ein Griff in die Kloschüssel.
Jetzt entdecke ich eine Ankündigung eines Vortrages aus 2007 von mir. Daran erinnere ich mich sehr gut, denn das war auch ein Griff in die Kloschüssel. Wer, außer mir, kommt auf die schwachsinnige Idee über Hilfesyndrom bei Heilberufen vor rund 300 Pflegekräfte vorzutragen? Die Stimmung im Sitzungsaal des Niederösterreichischen Landtagssaal war, um es gelinde auszudrücken, leicht gereizt. Damals schwor ich, das tust du dir nicht mehr an. Das war vor 13 Jahren. Du muss nicht ständig deinen lieben Mitmenschen mit dem nackten Arsch ins Gesicht springen. Ok, ich springe immer noch mit nacktem Arsch in der Gegend um. Bei einer Fortbildung für Führungspersonen, habe ich es gewagt die von Ihnen so heißgeliebte heilige Kuh zu schlachten. Es ging um eine nicht antastbare Überzeugung, die die als höchste Maxime in erschreckender, ja fast sektenmäßiger Art, in ihrem Businessleben pflegten. Es war das gleiche Gefühl, die gleiche Dynamik wie in St. Pölten. Dabei hätte ich es viel einfacher haben können! Bei Vorträgen und Fortbildungen musst du nur allen das Gefühl geben, dass sie super sind, besser als die anderen, die nicht dabei sind. Ich weiß das – tue es aber nicht. Warum einfach, wenn es schwerer geht.

2 Gedanken zu „Warum einfach, wenn es schwerer geht“

  1. Michaela Kaufmann

    Köstlich deine Nachbetrachtung
    Lieber Horst, du machst alles richtig. Raus aus der Komfortzone und dankbar sein für alles, was man lernen darf – wenn auch manches Mal auf unbequeme Weise. Man muss es nur zu schätzen wissen. Glg Michaela

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